«Es ist uns schon fast ein Trauma attestiert worden, hier in der Thuner Lachenhalle nicht gewinnen zu können», formulierte es Co-Captain Tim Aufdenblatten nach dem 29:24-Sieg seines HSC Suhr Aarau über Schweizermeister Wacker Thun treffend, um darauf  voller Stolz erwähnen zu dürfen, «dass dies ein für die Entwicklung und Moral enorm wertvoller Triumph sowie eine Erlösung ist, um den weiteren Verlauf der Finalrunde erfolgreich weiterzuführen.»

In der Tat war es nicht nur der letztlich hochverdiente Erfolg, sondern besonders dessen Art und Weise, der gehörigen Eindruck hinterlässt. Nur vier Tage nach dem Sieg zum Auftakt der Finalrunde gegen den Serienmeister Kadetten Schaffhausen gelang dies nämlich dem Team in einer Selbstverständlichkeit und Überzeugung die schlicht beeindruckt. Besonders wenn man bedenkt, dass ein Sieg in der Lachenhalle für den HSC Suhr Aarau lange zurückliegt. Kein aktueller Kaderspieler durfte dies bisher im HSC-Trikot erleben, entsprechend gross und berechtigt war die Freude und der Stolz bei allen.

Überragender Torhüter

Angeführt vom überragenden Rückhalt Dragan Marjanac, der als ehemaliger Kantonsrivale mit dem BSV Bern hier oft spezielle Spiele erlebte und entsprechend mit grossen Emotionen angereist war. Der Goalie steuerte mit 15 Paraden massgebliches zum Auswärtssieg bei und sprach von einem «grossen Sieg für mich, aber einen noch grösseren für uns als Mannschaft und Verein.»

Vor 690 Zuschauerinnen und Zuschauern in der früh ungewohnt launischen Lachenhalle, die besonders für den nun sensationell Drittplatzierten ansonsten als uneinnehmbare Festung galt, hielt der HSC Suhr Aarau das Spielgeschehen von Beginn an in den eigenen Händen, legte stets vor, präsentierte sich mit klarem Gameplan, taktisch diszipliniert und gnadenlos im Abschluss. Keineswegs fehlerfrei, aber dies machte die Leidenschaft und Identifikation wett, die die ansonsten dafür bekannten Thuner an diesem Abend vermissen liessen.

Ein grosses Kompliment

Nach der 16:12-Pausenführung knüpften die Mannen von Cheftrainer Misha Kaufmann trotz vier vergebener Grosschancen in den ersten fünf Minuten an ihr Spiel aus der ersten Halbzeit an, fanden in Abwehr und Angriff gleichermassen nach Lösungen und stellten so die Hausherren während des gesamten Spiels vor Probleme, die sie an diesem Abend nicht zu lösen im Stande waren.

Kaufmann sprach «seinen Jungs» völlig zurecht «ein grosses Kompliment» aus und sah «eine dominante und abgeklärte Leistung» seines Teams «die wir mitnehmen, um hungrig zu bleiben und nach dem Maximum zu streben.» Es soll, kann und darf gerne so weitergehen!

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