Badminton

Ein fernsehreifer Abnützungskampf

Team Argovias Nummer 1 Beryno Wong überzeugte gegen St. Gallen-Appenzell.

Team Argovias Nummer 1 Beryno Wong überzeugte gegen St. Gallen-Appenzell.

In der NLA erreicht das Team Argovia gegen die BV St. Gallen-Appenzell ein 4:4-Unentschieden. Nach wie vor sind im besten Fall die Playoffs, im schlechtesten Fall aber gar der Abstieg noch möglich.

Geschlagene vier Stunden Badminton-Feinkost wurde der grossen Zuschauerkulisse bereits geboten, als sich Youngster Joel König vier Matchbällen — beim Gesamtscore von 3:4 — gegenübersah. Grund zur Nervosität für den 19-Jährigen? «Ich war überhaupt nicht nervös, das Vertrauen war da», gab König später trocken zu Protokoll. Den dritten Matchball verwandelte er und brachte somit das hoch verdiente Remis für die Aargauer ins Trockene.

Ein Leckerbissen hatte die Begegnung in der Turnhalle Brühl in Gebenstorf vier Stunden zuvor eröffnet. Der Malaysier Beryno Wong und der Indonesier Agung Ruhanda bestritten das erste Schlüsselspiel. Wong, die Aargauer Nummer eins, gewann den Startsatz, zog im zweiten Satz jedoch den Kürzeren. Im Entscheidungssatz behielt Wong die Nerven und er vollbrachte das kleine Wunder. Das Geschwisterpaar Keller verlor währenddessen das Frauendoppel im dritten Satz. 1:1 — Ausgeglichenheit herrschte bereits zu Beginn.

Ayla Huser, ihrerseits Vize-Schweizermeisterin, liess in ihrem Einzel überhaupt nichts anbrennen — 2:1. Auf dem Court nebenan lieferten sich Schmid/Gayle gegen Ruhanda/C. Heiniger ein packendes Duell. Die Partie mit höchst spektakulären Ballwechseln ging über drei Sätze. Im Entscheidungssatz rangen die Aargauer ihre Widersacher mit 21:14 nieder. Damit brachten sie die Argovianer 3:1 in Führung. 

Nun den Schwung mitnehmen

Das Männerdoppel nebenan lief nicht nach dem Geschmack des Heimteams. Sowohl Joel König, als auch Beryno Wong sind im Einzel die effizienteren Waffen. Im Zusammenspiel mussten die beiden T. Heiniger/Kusumah von St. Gallen-Appenzell den Vortritt lassen. Es folgte ein Knüller: Spielertrainer Shaharudin traf auf den frisch gebackenen Schweizermeister Christoph Heiniger. Der Abnützungskampf über drei Sätze wurde zugunsten des mental stärkeren Heinigers entschieden. Shaharudin verlor den Entscheidungssatz nach einer 18:16-Führung noch mit 18:21. 

Es hiess 3:3, als Huser/Gayle zum Mixeddoppel antraten. Wiederum kam es zu einem Entscheidungssatz, in welchem die Vertreter der Aargauer Farben aber chancenlos blieben. Für den Rest war dann Joel König, wie zu Beginn erläutert, besorgt. Zwei Punkte erhält das Team Argovia durch das 4:4 auf sein Konto. Der Vorsprung auf die nicht zur Playoffs berechtigenden Plätze berträgt lediglich ein Punkt. Auf den Abstiegsplatz beträgt die Reserve immerhin drei Punkte.

«Vor dem Spiel hätten wir ein 4:4 unterschrieben», sagte Adrian Bärtschi, Präsident vom Team Argovia, nach Ende des Badminton-Marathons. Zur Tatsache, dass das Schweizer Fernsehen während der Partie Sequenzen für die Sendung «sportlounge» filmte, meint Bärtschi: «Es ist natürlich genial, dass wir heute eine solch attraktive Partie abgeliefert haben und die Zuschauer so zahlreich erschienen sind.» Bleibt zu hoffen, dass sein Team den Schwung für die letzten drei Partien mitnehmen kann, weitere fernsehreife Auftritte hinlegt und so die Playoffs erreicht.

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