Mit Ronald Kimeli und Prisca Jemeli setzen sich beim Hallwilerseelauf zwei Starter aus Kenia durch.

Nassgeschwitzt und eingepackt in eine Wärmedecke zeigte Kimeli nach seinem ersten Triumph um den Hallwilersee wenig Emotionen. Als sei es der logische Abschluss eines Tageswerks.

Und das, obwohl er mit seiner Zeit von 1:03:43 Stunden eine Klasse für sich blieb und den Streckenrekord über die nicht ganz einfachen 21,1 km lediglich um 56 Sekunden verpasste.

Vielleicht oder wohl sicher hätte es gereicht, wenn er mehr gefordert worden wäre, überlegte er sich.

Stattdessen war er «schon nach wenigen Kilometern mutterseelenalleine und kämpfte nur noch gegen mich selber». 1:27 Minuten betrug schiesslich der Vorsprung auf den zweitplatzierten Äthiopier Matthew Kipkorir. Er sprach Bände.

Lukas Stähli schnellster Schweizer

Grösser war die Freude im Schatten der Sololäufer, etwa beim bestklassierten Schweizer: Lukas Stähli, der 31-jährige St. Galler aus Uznach, erreichte das Ziel an sechster Position mit einem Rückstand von 5:06 Minuten auf den Sieger.

Er strahlte: «Eine 68er-Zeit auf diesem Parcours und grösstenteils im Alleingang, das ist perfekt!»

Besser hätte er nicht Motivation tanken können im Hinblick auf sein Herbstziel, den Frankfurt Marathon vom übernächsten Sonntag – zumal er sich vor dem Start wegen einer Erkältung keine grossen Hoffnungen gemacht hatte.

Die EM-Limite (2:24 Stunden) scheint ihm nach den 1:08:49 nun wieder näher, zumal auch er ab dem sechsten Kilometer keine direkten Widersacher mehr vorfand, die das Letzte aus ihm herausgekitzelt hätten.

Den Schlusseindruck aufpolieren

Überrascht von seinem siebten Platz, vor allem aber von der Zeit von 1:10:59, zeigte sich Vielstarter und Berglaufspezialist Stephan Wenk: «Gefühlsmässig befinde ich mich bereits im Winterschlaf, umso schöner ist ein solcher Saisonschluss.»

Noch expliziter glückte dies bei den Frauen Daniela Gassmann Bahr.

Die frühere Olympia-Teilnehmerin mit dem Moutainbike war wie Wenk am Jungfrau-Marathon vier Wochen zuvor nicht auf Touren gekommen. «Jenes Resultat hat kräftig geärgert, und ich benötigte ein Wiedergutmachungsrennen».

Und obwohl sich die Galgenerin «im Flachen weniger wohl fühlt», gelang ihr ein starker Auftritt. Platz 2 belegte die 49-Jährige, nur 1:16 Minuten hinter der 18 Jahre jüngeren Prisca Kiprono aus Kenia. Gassmann freute sich über einen Steigerungslauf.

Mit «es lief immer besser und ich gab Vollgas» umschrieb sie das. Mit der Schlusszeit von 1:19:39 lief sie eine um neun Sekunden bessere Zeit als 2011.

Damals war sie aber am Jungfrau-Marathon fast 11 Minuten schneller im Ziel gewesen. «Mit dem Hallwilerseelauf konnte ich mir beweisen, dass der Leistungsabfall so gross doch nicht ist.»

Erstaunliche Aargauer

Dasselbe glückte auch dem bestklassierten Aargauer, dem Badener Hansjörg Brücker. Der 50-Jährige belegte als achter Schweizer Position 14.

Und er, vor 13 Jahre der letzte Schweizer Sieger am Hallwilersee, bilanzierte: «Es war kein einfaches Rennen, aber ich konnte gegen Schluss zusetzen.» Fünf Plätze machte er allein auf den letzten fünf Kilometern gut.

Für die Topzeit aus dem Mittelland sorgte Petra Eggenschwiler aus Laupersdorf mit Rang 5.

Als beste Aargauerin bei den Frauen profilierte sich Yvonne Glur aus Brittnau auf Rang 12.

Und noch zwei Plätze vor ihr klassierte sich die Exil-Aargauerin Fiona Kirk. Die OL-Spezialistin hatte vor der Heim-WM in Lausanne vor 15 Monaten für Schlagzeilen gesorgt, weil sie als Studentin an der ETH Lausanne die Sperrgebiet-Regel nicht einhalten konnte und deshalb aus dem Nationalkader ausgeschlossen wurde.

Alle Ranglisten von der diesjährigen Austragung finden Sie hier.