Handball
Ein Ehrendinger hebt im Handball ab

2011 könnte für Marvin Lier ein Jahr der Highlights werden. Mit dem TV Endingen lockt der Aufstieg in die NLA, mit der U19-Nati gehts an die WM.

Von Fabian Kern
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Endingens Marvin Lier hebt ab

Endingens Marvin Lier hebt ab

Alexander Wagner

Manch grosse Karriere wird durch das richtige Timing und eine Portion Glück lanciert. So vielleicht auch jene von Marvin Lier. Noch vor einem Jahr standen dem Ehrendinger beim TV Endingen gleich zwei Spieler vor der Sonne. Weil aber mit Mark Schelbert (zu Suhr Aarau) und Manuel Gretler (zu Dietikon-Urdorf) gleich zwei linke Flügel das Surbtal verliessen, wurde der 18-jährige Lier plötzlich Stammspieler. «In meinem Alter schon Verantwortung übernehmen zu können, ist nicht selbstverständlich und eine grosse Chance für mich», sagt Lier.

Beim TVE ist die Nachwuchshoffnung an der richtigen Adresse, um gefördert zu werden. Trainer Zoltan Cordas setzt das Konzept, möglichst viele Junge aus der Region in die erste Mannschaft zu bringen, konsequent um. Ob Lier aber noch lange in Endingen gehalten werden kann, ist mehr als fraglich, denn der gross gewachsene Flügel steht kommenden August mit der U19-Nationalmannschaft im internationalen Schaufenster. «Die Weltmeisterschaft in Argentinien ist für mich das absolute Highlight», sagt der Teenager. Platz sechs hat sich der ehrgeizige Aargauer persönlich zum Ziel genommen – genau wie an der EM im letzten Jahr.

Lier ist in der Sport-Kanti

Das Talent des vielversprechenden Ehrendingers wurde schon früh erkannt. Durch die Regionalauswahl kann Lier schon auf Stufe Bezirksschule vom trainingsfreundlichen Unterricht profitieren. In Buchs besuchte er die Sportschule. «In jener Zeit habe ich leistungsmässig die grösste Entwicklung durchgemacht», sagt Lier. Zurzeit besucht er die Sport-Kantonsschule in Aarau, die es ihm erlaubt, in der Woche bis zu achtmal zu trainieren und sich so seinem Traum Bundesliga Schritt für Schritt zu nähern.

Dass er für die Matur fünf anstatt vier Jahre benötigt, nimmt der Handballer in Kauf: «Für mich ist dieses System ideal. Probleme bekomme ich nur, wenn ich mit der Nationalmannschaft einmal eine ganze Woche weg bin und den Stoff nachholen muss.»

Bevor Lier sich auf Argentinien freuen kann, hat er aber mit seinem Verein noch eine Mission zu erfüllen. Der TVE will in die Nationalliga A zurückkehren, entweder als Erster der Aufstiegsrunde oder in der Barrage – vielleicht sogar gegen den Kantonsrivalen HSC Suhr Aarau. «Das wäre natürlich das Grösste», sagt Lier grinsend, «vielleicht nicht für den Kanton, aber für uns.» (Fabian Kern)