Stäfa legte wie erwartet eine hohe Pace vor und lag 50 Minuten in Führung. Dies lag zum einen daran, dass die Endinger ihre zahlreichen Chancen nicht nutzten und gleich ein Dutzend sogenannte «freie» Würfe vergaben. Besonders schlecht war die Ausbeute vom Siebenmeterpunkt: Der ehemalige Suhrer Tobias Wipf entschärfte gleich fünf Penaltys der Surbtaler. Wobei er zum Teil hervorragend reagierte, zum anderen machten es ihm die Aargauer Schützen teilweise auch etwas zu leicht.

Ebenfalls spielentscheidend war, dass gleich beide Kaiser-Brüder ausfielen: Severin verletzte sich nach einem harten Zweikampf und Sebastian wurde nach einer Rangelei mit einem Restausschluss bedacht. Genau gleich wie Nemanja Sudzum in der Schlussminute, weil er angeblich bei einem Penalty den Stäfa-Keeper Wipf am Kopf getroffen haben soll. Die Bilder sprechen jedoch eine andere Sprache.

Fehlende Routine zeigte sich

Genau zehn Minuten vor der Sirene konnte das Team von Interimstrainer Michael Spuler und Martin Pauli zum ersten Mal in Führung gehen. Doch in den entscheidenden Momenten machte sich die fehlende Routine bemerkbar. Und diese hatten die Zürcher auf ihrer Seite: Wenn sie nicht mehr wussten, wohin mit dem Ball, spielten sie einfach zum erfahrenen Predrag Milicic. Dieser war mit sieben Treffern klar der beste Werfer seines Teams. Zum Teil gelangen ihm die Tore zu einfach, ohne jegliche Vorbereitung oder Auslösung bekam er das Leder nahm zwei Schritte Anlauf und wuchtete den Ball ins Netz.

«Das höhere Tempo war entscheiden», war denn auch Stäfas Trainer Markus Jud überzeugt. «Bei uns war es eine Frage der Routine», analysierte Spuler. Phasenweise gelang es den Surbtalern, das NLA-Team schön auseinanderzuspielen und Lücken in den Deckungsverband zu reissen. «Doch wenn wir ohne Tempo kamen, mussten wir Abschlüsse aus schlechten Positionen nehmen. Da zeigt sich dann der Unterschied, wie man mit Stress umgehen kann», erklärte Spuler, der sehr engagiert und temperamentvoll – wie er bereits als Spieler war – auch coachte.

Endingen glaubt noch an die Chance

Aber die Endinger glauben noch an ihre Chance für eine Rückkehr ins Oberhaus: «Es ist noch alles offen», ist Goalie Dominic Rosenberg, der ein starkes letztes Heimspiel zeigte, überzeugt. «Wir haben noch eine Möglichkeit. Und daran glaube ich fest», sagte Spuler schon fast trotzig und machte sich gleich weiter an die Analyse, um das Rückspiel vorzubereiten. Dieses findet am kommenden Samstag um 16.30 Uhr in Stäfa statt.