Handball

Ein Dorfverein in Aufstiegslaune

TV-Endingen-Trainer Zolten Cordas im Interview

TV-Endingen-Trainer Zolten Cordas im Interview

Endingen feiert beim 37:23 über Biel den sechsten Saisonsieg. Nach dem sechsten Sieg führen die Absteiger aus dem Aargau die Tabelle der NLB nach an.

«Herr Cordas, wissen Sie, was ich an Ihnen so gut finde?», fragte ein Zuschauer den Endingen-Trainer nach dem Spiel und gab die Antwort gleich selbst: «Dass Sie immer alle Spieler einsetzen.» 13 Akteure liess Zoltan Cordas am Sonntag beim ungefährdeten 37:23-Heimsieg gegen Biel auflaufen. 14 sind maximal erlaubt.

Nach dem sechsten Erfolg führen die Absteiger aus dem Aargau die Tabelle der NLB nach Verlustpunkten an. Die siebtplatzierten Gäste hatten, obwohl sie sich bis zum 13:11 tapfer wehrten, nicht die Mittel, um die junge Endinger Equipe am höchsten Saisonsieg zu hindern. Zu gut funktionierte das Endinger Kollektiv, zu souverän agierte Torhüter Dominic Rosenberg, zu sicher markierte Flügel Marvin Lier seine zwölf Treffer.

Nach der taktischen Umstellung auf eine 5-1-Deckung kam die Endinger Maschinerie richtig ins Rollen. «Egal, wen ich einwechselte, wir hatten keinen Durchhänger», sagte Cordas, «das hat mir heute besonders gut gefallen.» Auch die Defensive stand nach der Umstellung sicher.

Cordas’ Bilanz fällt nach sieben Spielen positiv aus. «Einzig die Heimniederlage gegen Steffisburg hätte nicht sein müssen», findet er. Doch die Niederlage hatte auch etwas Gutes: «So wurden die Spieler nicht genügsam.» Vor allem die Konstanz der Equipe will Cordas weiter verbessern.

Von einer Rückkehr in die NLA will der Trainer noch nichts wissen. «Wir lassen es auf uns zukommen», sagt Cordas, «die Jungs sollen sorglos spielen. Sie bekommen genug Druck von mir.» Ausser einem Abstieg sei alles möglich.

Sollten die Endinger am Ende der Saison tatsächlich wieder aufsteigen, droht allerdings erneut der direkte Wiederabstieg. Denn auf die Saison 2012/13 soll die NLA auf zehn Teams reduziert werden. In einer solchen Liga wäre für einen Dorfverein wie Endingen kaum Platz. Cordas sieht der Modusänderung skeptisch entgegen: «In einer kleineren Liga kämen weniger Schweizer und mehr Legionäre zum Einsatz. Für die Nationalmannschaft wäre das eine schlechte Entwicklung.»

Noch diese Woche will Cordas Beat Wernli, den Präsidenten der Swiss Handball League (SHL), bei einem Treffen von einem anderen Modus überzeugen. Cordas ist von seinem Konzept überzeugt, will aber noch nichts verraten. Ob er Wernli überzeugen kann? Über den genauen Modus wird wohl am 22. November an der SHL-Präsidentenkonferenz entschieden. Eines ist sicher: In einer
10er-Liga würde kein Trainer 13 Spieler, davon 12 Schweizer, einsetzen.

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