FC Luzern – FC Aarau
Ein desolater FC Aarau verliert in Luzern mit 0:4 – Wieser rastet wieder aus

Der FC Aarau muss in Luzern den nächsten Rückschlag einstecken. Nach der 0:1-Niederlage gegen Vaduz, kassiert der FCA in Luzern eine 0:4-Klatsche.

Ruedi Kuhn (Text) & Patrick Haller (Ticker)
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Fussball, Super League. FC Aarau - FC Luzern, 22.02.15
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Kim Jaggy versucht vergebens, einen Gegentreffer zu verhindern.
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Die FCL-Fans haben Grund zum Feiern
Schneuwly jubelt über seinen Treffer zum 3:0
Dario Lezcano erzielt aus Abseitsposition den Treffer zum 2:0.
Der FC Luzern bejubelt den Treffer zum 1:0.
Joel Mall hält gegen Jantscher und Freuler.
Thierry Doubai (rechts) von Luzern gegen den Aarauer Neuzugang Petar Sliskovic.
Dario Lezcano (links) setzte die Aarauer Abwehr um Juan Pablo Garat immer wieder vor Probleme.
Der Aarauer Frano Mlinar (links) gegen den Luzerner 1:0-Torschütze Remo Freuler.
Gegen Gewalt und Diskriminierung: Die Botschaft der Spieler und Schiedsrichter vor der Partie.

Fussball, Super League. FC Aarau - FC Luzern, 22.02.15

Keystone

FC Luzern - FC Aarau 4:0. In Worten vier zu null. Die Mannschaft stolpert von einer Pleite in die andere und wartet seit viereinhalb Monaten auf einen Erfolg. Nach dem 3:2-Sieg am 5. Oktober gegen die Young Boys gab es in zehn Spielen sieben Niederlagen und drei Unentschieden.

Was liegt da näher als eine Trainerentlassung? «Nichts da», sagt Sportchef Urs Bachmann. «Natürlich werden Präsident Alfred Schmid und ich am Montag die aktuelle Situation analysieren. Aber eines kann ich jetzt schon mit Sicherheit sagen: Sven Christ wird das Team auch am nächsten Samstag im Auswärtsspiel gegen den FCZ coachen. Wir werden den Trainer vor der Partie in Zürich nicht entlassen.»

Klare Worte. Bachmann also will an Sven Christ festhalten. Das kann, das darf er. Dass der Sportchef kurz nach dem Bekenntnis zu Christ die Einstellung der Mannschaft während der Schlappe gegen Luzern kritisiert, mutet allerdings kurios an. Es zeigt, wie heikel die Lage nach dem Fall nahe ans Tabellenende ist. «Das Team hat sich gegen den FC Luzern nicht richtig gewehrt», sagte Bachmann. «Die Einstellung der Spieler liess zu wünschen übrig.»

Deutliche Worte, denen dann aber wieder Durchhalteparolen wie „Wir haben noch 15 Spiele vor uns“ und „Ich bin überzeugt, dass wir aus dem Tief herauskommen“ folgten.

Der Fehlgriff von Christ

Woher, bitte schön, nimmt Bachmann diese Überzeugung? Was der FC Aarau beim 0:4 gegen Luzern gezeigt hat, war unterirdisch. Noch schlechter als beim 0:1 gegen Vaduz vor einer Woche. Mag sein, dass Christ wie vor jeder Partie einen Plan hatte. Doch der ging in der Luzerner swissporarena gründlich in die Hosen. So setzte Christ auf der rechten Seite auf Stephan Andrist als Verteidiger und Luca Radice als Mittelfeldspieler.

Das war ein gefundenes Fressen für den Gegner. Andrist wurde ein ums andere Mal vorgeführt. Radice setzte in offensiver Hinsicht zwar zwei Glanzlichter, aber defensiv war der frühere Winterthurer völlig überfordert.

Kam zu allem Übel hinzu, dass dem schwedischen Innenverteidiger Richard Magyar bei seinem Debüt vor dem 0:1 ein grober Schnitzer unterlief. Mehr noch. Magyar machte auch beim 0:3 keine gute Figur.

Dass einzelne Spieler beim 0:4 einen rabenschwarzen Tag eingezogen haben, ist offensichtlich. Was viel schlimmer ist – der FC Aarau hat gegen Luzern als Mannschaft versagt. Die einzelnen Mannschaftsteile griffen zu keinem Zeitpunkt ineinander.

Und so spielte der FC Luzern den Gegner grösstenteils an eine Wand. Mag sein, dass der Penaltypfiff von Schiedsrichter Alain Bieri vor dem 0:1 hart war. Und beim zweiten Tor stand Dario Lezcano gefühlte fünf Meter im Abseits. Fakt ist aber: Der FC Aarau spielte in Luzern wie ein Absteiger.

Der Ausraster von Wieser

Eines steht also fest: Für Sven Christ brechen schwierige Tage an. Der Trainer des FC Aarau ist gefordert. Momentan gibt’s Probleme, nur Probleme. Auf und neben dem Spielfeld. Für viel Gesprächsstoff sorgte am Samstag der Auftritt von Sandro Wieser in einem Testspiel der Aarauer U21 gegen Schöftland.

Wieser, der im Herbst nach einem Brutalo-Foul an FCZ-Mittelfeldspieler Gilles Yapi für sechs Spiele gesperrt worden ist, soll nach einem Foul völlig ausgerastet sein und seinen Gegenspieler mit Worten weit unter der Gürtellinie beleidigt haben.

Die leidige Geschichte ging so weit, dass Wieser wegen der verbalen Entgleisung vom Platz gestellt wurde.

0:1 gegen Vaduz hin, 0:4 gegen Luzern her; solche Disziplinlosigkeiten seiner «sogenannten Profis» darf sich die Führungscrew des FC Aarau nicht länger gefallen lassen.

Luzern - Aarau 4:0 (1:0)

9633 Zuschauer. - SR Bieri. - Tore: 38. Freuler (Foulpenalty) 1:0. 69. Lezcano (Freuler) 2:0. 72. Schneuwly (Jantscher) 3:0. 77. Schneuwly (Jantscher) 4:0.

Luzern: Zibung; Thiesson (81. Affolter), Rogulj, Puljic, Lustenberger; Winter (70. Wiss), Doubai, Freuler, Jantscher; Lezcano (76. Ianu), Schneuwly.

Aarau: Mall; Andrist (57. Feltscher), Magyar, Garat, Jaggy; Radice, Mlinar (80. Mudrinski), Lüscher, Djuric (46. Nganga); Costanzo, Sliskovic.

Bemerkungen: Luzern ohne Haas und Sarr, Aarau ohne Gauracs, Thaler (alle verletzt), Burki und Wieser (beide gesperrt). 5. Schuss von Lezcano an den Aussenpfosten. 18. Kopfball von Lezcano an die Latte. 81. Tor von Radice aberkannt (Offside). Verwarnungen: 21. Doubai. 32. Sliskovic. 33. Winter (alle wegen Fouls). 54. Garat (Unsportlichkeit). 56. Jantscher (Reklamieren). 80. Puljic (Unsportlichkeit).

Hier gibts den Liveticker von Patrick Haller zum Nachlesen:

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