Anders noch als am Freitagabend zeigte sich Mittellands NLB-Equipe von Beginn weg in konzentriert-disziplinierter Manier. Keine 48 Stunden zuvor hatte sich dem Beobachter im Spiel Mittelland gegen Ticino ein munterer Torreigen geboten. Aus den defensiven Nachlässigkeiten bei der 8:9-Niederlage gegen Schlusslicht Ticino schien Olten Zofingen seine Lehren gezogen zu haben und agierte nun aus einer massierten Abwehr heraus. So wurde dem gebeutelten Gastgeber wenig Chancen zum Torabschluss zugestanden. Falls dies wider Erwarten doch einmal der Fall war, zeigte Bruno Isaak bei seinem NLB-Debüt im Mittelland-Tor eine tadellose Leistung, die er mit einem parierten Penalty krönte.

Auf der Gegenseite versuchten die Gäste mit gezielten Kontervorstössen zum Erfolg zu kommen. Zweimal ging dieses Vorhaben, vollstreckt durch schnelles Umschalten der ersten Linie, perfekt auf. Zwischenzeitlich hatte Daniel Baumann nach einem Drehschuss von Severin Pauli, der einen Abpraller bei ULA-Goalie Michael Niklaus provozierte, am schnellsten reagiert. Damit rückte Mittelland die Verhältnisse gemäss Tabellenlage früh zurecht. Mit diesem Dreitorevorsprung, der sich als vorentscheidend erweisen sollte, gab sich UM vorerst zufrieden und konzentrierte sich fortan auf das Resultatverwalten. Langenthal Aarwangen erschien darob zusehends ideenlos und versuchte sich vermehrt aus der Distanz, aber auch dieses Mittel war nicht von Erfolg gekrönt. Ein wenig inspirierendes Spiel vermochte so die Zuschauer nicht eben von den Sitzen zu reissen, was die zahlreichen Schlachtenbummler der Langenthaler Fasnacht auf den Rängen aber nicht weiter zu stören schien.

Chancen wurden schlecht verwertet

Zu stören begannen sich die Mittelländer ab der eigenen, unterirdischen Chancenverwertung anfangs des dritten Drittels. In wenigen Minuten vergab Mittelland höchst fahrlässig etliche hochkarätige Chancen, welche alleine für einen Sieg reichen sollten. So musste Olten Zofingen am Ende froh sein, dass die Mucha-Zwillinge mit der zweiten erfolgreichen Co-Produktion des Abends nach 43 Minuten auf 4:0 erhöhten. Denn beidseits schien die Luft bereits vorzeitig entwichen zu sein, doch die Nachlässigkeiten der Gäste weckten den bereits begrabenen Siegeswillen ULAs. Neun Sekunden vor Schluss stellten diese den 3:4-Anschluss her, was an diesem Abend aber das höchste der Gefühle für die Oberaargauer darstellen sollte.

Wenn auch zum Schluss wenig überzeugend, beendet Mittelland die Qualifikation dennoch mit drei Punkten und einem Auswärtserfolg beim Lokalrivalen. Dieser rückte in den Hintergrund, war doch die Frage nach dem Gegner im Playoff-Viertelfinal von ungemein grösserem Interesse. Nach der Niederlage von Freitag war Mittelland nicht mehr in aussichtsreicher Lage gewesen, eine Verbesserung der Platzierung zu realisieren. Diese trat denn auch nicht ein und UM beschliesst die Regular Season mit 41 Zählern auf dem sechsten Rang. Somit trifft Olten Zofingen im Viertelfinal auf Thurgau, das seinen dritten Rang dank dem späten 2:1-Siegestreffer gegen Leader Zug United verteidigte. Bereits am kommenden Wochenende geht es mit der Best-of-five-Serie, wo ein happiger Gegner auf die Mittelländer wartet, los.