Apropos
Ein Denkmal für Hans Hübscher

Was wären Fussballklubs wie der FC Aarau und der FC Wohlen ohne ihre guten Seelen? Ohne ehrenamtliche Helfer? Ohne jene Menschen also, die sich mit Herzblut und Leidenschaft für ihren Lieblingsverein einsetzen. In guten wie in schlechten Zeiten.

Ruedi Kuhn
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Die Fans des FC Wohlen sind enorm wichtig für den Verein.

Die Fans des FC Wohlen sind enorm wichtig für den Verein.

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Ihnen geht es nicht um Geld. Es geht in erster Linie um Gemeinnutz. Es geht aber auch um persönliche Befriedigung. Es geht um Streicheleinheiten, die man sich für geleistete Dienste verdient. Und es geht um Ansehen in der Bevölkerung und um Ansehen im Umfeld des Klubs.

Überflieger gibt es also nicht nur auf, sondern auch neben dem Spielfeld. Einer dieser Überflieger ist Hans Hübscher. Er geht für den FC Wohlen seit 45 Jahren durch dick und dünn und war in den verschiedensten Ämtern tätig. Dabei stellte er sich meistens die Aufgabe, Geld einzutreiben.

Besondere Verdienste machte sich Hübscher in der Zeit von 1998 bis 2010 als Präsident der Donatoren-Vereinigung. Bei seinem Amtsantritt war die Mitgliederzahl 32. Zehn Jahre später waren es 255. Einen Namen machte sich Hübscher auch als Verkäufer von Aktien und Matchbällen und mit seinem Buch für das 100-Jahr-Jubiläum des FC Wohlen.

Anfang Juli feierte Hübscher seinen 70. Geburtstag. Aus gesundheitlichen Gründen will er nun kürzertreten und keine Ämter mehr ausüben. Hübscher erlebte beim FC Wohlen viele Höhepunkte, steckte aber auch Tiefschläge ein. Der Fall mit dem Doppelvertrag für den brasilianischen Verteidiger Wellington ging ihm unter die Haut. Dass sich die beiden Ehrenpräsidenten René Meier und Andy Wyder und Geschäftsführer Urs Bächer deswegen vor dem Bezirksgericht Bremgarten verantworten mussten, tat Hübscher weh. Sehr weh sogar.

Hübscher hätte sich zudem nicht einmal in den kühnsten Träumen vorstellen können, dass einst ein Investor aus Saudi-Arabien namens Monquez Alyousef den FC Wohlen vor dem Aus in der Challenge League bewahren würde. Der FC Wohlen wegen finanzieller Probleme in fremden Händen? Das kann, das darf nicht sein! Ein Tipp von mir als ehemaligem Präsidenten des FC Wohlen: Bleib cool, Hans, nimm diese Geschichte nicht tragisch! Stell Dir ganz einfach vor, der neue Geldgeber heisse Josef Mongi und sei ein waschechter Wohler.