Enttäuschung für Silvan Dillier und Alexander Aeschbach im Zürcher Hallenstadion. Zwar kamen Dillier und sein australischer Partner Glen O’Shea in den vier Rennnächten nie richtig in Schwung. Dank einer fulminant gefahrenen Jagd zu Beginn der Schlussnacht startete das Favoritenduo dennoch mit Rundenvorsprung in die finale Etappe. Aber schon vor Rennhälfte zeichnete sich ab, dass die Jungspunde ihren ersten Zürcher Sieg nicht realisieren werden. Dillier/O’Shea verpufften in den ersten 100 der 250 Runden so viel Kraft, dass sie in der Schlussphase nicht einmal mehr in der Lage waren, sich den entglittenen Podestplatz zurück-zuerkämpfen.

Zeche für eine lange Saison

«Wir haben das Feld zu sehr kontrollieren wollen», gestand Silvan Dillier nachher ein. Die routinierten Deutschen Hondo/Kluge und das belgisch-holländische Paar De Ketele/Schep beobachteten das Schauspiel und quittierten die Gratisunterstützung mit einem Gegenangriff zum richtigen Zeitpunkt. Als sich die Leader müde gefahren hatten, preschten die beiden Ausländerpaare vor und entschieden die Zürcher Sixdays innert 80 Runden zu ihren Gunsten. «Das Rennen lief nicht optimal für uns», resümierte Dillier mit betretenem Gesicht. Gleichzeitig gestand er ein, dass er und sein Partner nach dem harten Einsatz in Gent im Hallenstadion am Limit gefahren seien. Der Schneisinger, der als grösste Hoffnung im Schweizer Bahnradsport gehandelt wird, bezahlte in Zürich die Zeche für eine lange Saison mit Doppelbelastung auf Strasse und Bahn.

Trotzdem bleibt kaum Zeit für Erholung. Silvan Dillier nimmt schon in den nächsten Tagen das Strassentraining auf. In der nächsten Saison fährt er für das Schweizer Elite-Team EKZ. Im Januar folgen die nächsten Bahneinsätze mit dem Weltcup in Mexiko und eventuell einem weiteren Sechstagerennen in Rotterdam.

«Aeschbi» gedemütigt

Anders vorgestellt hatte sich Alexander Aeschbach seinen Abschied von Zürich. Der 38-jährige Dürrenäscher erlebte am Mittwochabend einen knüppelharten Einstieg in die Wintersaison. Ohne Vorbereitungsrennen war er in der ersten der vier Sixday-Nächte vom Rennrhythmus überfordert. Damit bremste er auch seinen Zürcher Partner, den Profineuling Jan Keller. Schon vor dem Finale hatte sich «Aeschbi» mit dem drittletzten Rang unter den zwölf Paaren abgefunden. Nach Rennschluss verzog er sich auf schnellstem Weg in die Katakomben des Hallenstadions, ohne sich lange von der Szene zu verabschieden. 20 Runden Rückstand hatten ihm zu sehr auf die Moral geschlagen.