Youth Olympic Games

Ein bisschen Spass muss sein: Berenice Wicki und ihre Teilnahme an den Youth Olympic Games

Sie will einmal mehr hoch hinaus: An ihren ersten Olympischen Jugendspielen will Berenice Wicki wichtige Erfahrungen sammeln und im Schnee überzeugen.

Sie will einmal mehr hoch hinaus: An ihren ersten Olympischen Jugendspielen will Berenice Wicki wichtige Erfahrungen sammeln und im Schnee überzeugen.

Die 17-jährige Snowboarderin Berenice Wicki will an den Youth Olympic Games in Lausanne in der Halfpipe ihre langwierige Verletzung hinter sich lassen. Nicht zu kurz kommen soll dabei der Spass an der Sportart und die Freude über die erstmaligen Teilnahme an einem Grossanlass.

Wenn an den morgen startenden Youth Olympic Games zahlreiche Nachwuchshoffnungen in Lausanne ihr Talent aufblitzen lassen, nehmen ganz spezielle Geschichten und Karrieren ihren Anfang. Noch fernab des grossen Rampenlichts, auf der kleinen Bühne. Und doch leben die zwischen 15 und 18 Jahre alten Athletinnen und Athleten schon jetzt wie echte Profis. Auch die aus Ennetbaden stammende Berenice Wicki.

In gerade einmal 17 Lebensjahren hat sie schon manche Auf und Abs erlebt. Medaillen und Auszeichnungen wie Verletzungen gleichermassen eingeheimst, nur um letztlich in Lausanne auf der Halfpipe stehen zu können.

Auch wenn sie erst kurz vor ihrem am 21. Januar stattfindenden Wettkampf anreisen wird, gerät die junge Sportlerin schon jetzt ob ihrer Teilnahme ins Schwärmen. «Es bedeutet mir wirklich sehr viel. Ich war lange Zeit verletzt, aber es war mein grosses Ziel, doch daran teilnehmen zu können. So ist es umso schöner, dass es nun geklappt hat», sagt sie.

Mehrmals durch Verletzungen ausgebremst

Wie schon so oft lief es für Wicki im vergangenen Jahr nicht rund, schon eine Saison zuvor musste die Schülerin des Sportgymnasiums Davos nach ihrem Junioren-Weltmeistertitel länger pausieren. Damals wurde bei ihr ein angeborener Gleitwirbel, eine Instabilität der Wirbelsäule im Lendenbereich, entdeckt. Seit Mai zwang sie nun eine Ermüdungsfraktur an der Lendenwirbelsäule zur Ruhe.

Erst Anfang Oktober konnte sie mit dem Gletschertraining starten, vorsichtig ging es danach auf die Piste, bevor sie sich im November wieder an die ersten Tricks wagen konnte. «Es war ein langsames Austesten. In vollem Umfang kann ich erst wieder seit Dezember trainieren», blickt Wicki zurück. Noch schwerer als die fehlende Trainingserfahrung dürfte allerdings die ausgebliebene Wettkampfpraxis wiegen.

«Ich habe eher gemischte Gefühle», sagt Wicki. Um gleichzeitig nachzuschieben, dass das Positive doch überwiege. Seitdem ihre Selektion bekanntgegeben wurde, freut sie sich auf das Zusammenkommen der Nationen, das Leben im olympischen Dorf und das spezielle Gefühl, dass einem Sportler wohl nur solch grosse Anlässe bieten können. Überhaupt soll bei ihr der Spass nie zu kurz kommen.

Mit Spass und ohne Druck zum Erfolg

Schon früh war ihr klar, dass man ohne Freude an der Sache im Leben nicht viel erreichen kann. Auch wenn sie sich mittlerweile an der Schwelle zum Erwachsenwerden befindet und es langsam aber sich ernst wird, bleibt sie dieser Einstellung treu. «Gerade im Freestylesport ist der Spass ein entscheidender Faktor. So willst du von selbst aus ständig Neues lernen», sagt sie.

Gestiegene Erwartungen oder Erfolgsdruck nimmt sie kaum wahr: «Den meisten Druck mache ich mir selbst, der kommt nicht von aussen.» Gerade weil sie ihre grösste Kritikerin ist, will sie ihre Ambitionen nicht an einem Rang festmachen. «Ich will meine Läufe sauber hinter mich bringen, meine bestmögliche Leistung abrufen können. Natürlich gehen einem auch die Ranglisten durch den Kopf. Schön wäre es, wenn ich unter die besten Fünf fahren kann», sagt Wicki.

Etwas konkreter wird sie, wenn vom Auftritt auf der ganz grossen Bühne die Rede ist. Wie seit eh und je fasziniert sie die Strahlkraft von Peking 2022. All die Tage im kühlen Schnee, Verletzungen, der selbstauferlegte Druck und Titel gehen auf einmal vergessen. Was bleibt, ist der grosse Traum, selbst wenn unklar ist, ob er sich je erfüllen wird.

«Es ist schwierig, festzulegen, wo ich momentan stehe. Es ist machbar, würde ich sagen. Aber es liegt noch viel Arbeit vor mir», sagt Wicki. Sie, die sich noch im bittersüssen Schwebezustand zwischen Teenagerleben und Erwachsenenwelt befindet, will in Lausanne vor allem eins: Das erste Kapitel ihrer ganz persönlichen Geschichte eröffnen.

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