Mountainbike
Ein australischer Olympionike im Aargau

Der Australier Daniel McConnell kommt seit seinem 16. Lebensjahr im Sommer regelmässig nach Europa, um sich mit den besten Mountainbikern der Welt zu messen. Diesen Sommer verbringt er dank Beat Stirnemann im Aargau.

Claudine Müggler
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Daniel McConnell, hier beim Olympiarennen in London, lebt und trainiert diesen Sommer im Aargau.

Daniel McConnell, hier beim Olympiarennen in London, lebt und trainiert diesen Sommer im Aargau.

Flickr/Sum_of_marc

The weather is great today, isn`t it?» sagt Daniel Mcconnell. «Perfect for a biketour.» Der Australier kommt in voller Montur zum Interviewtermin, bereit, gleich wieder weiterzuradeln.

Das Wetter ist tatsächlich herrlich. Ganz im Gegensatz zu den Verhältnissen bei Weltcuprennen der Mountainbiker in Albstadt. Doch auf dem rutschigen, nassen Kurs sorgte ausgerechnet der sonnenverwöhnte Australier für Furore.

Der 27-jährige McConnell aus Bruthen im australischen Bundesstaat Victoria gewann das Rennen – sein erstes überhaupt im Weltcup.

«Ich bin natürlich überglücklich, doch dieser Sieg kam für mich sehr überraschend. Ich war noch nie unter den Top 20 vorher.» Sein bisheriges Highlight war die Teilnahme an den Olympischen Spielen von London mit dem 21. Rang.

In Unterentfelden zuhause

Der Australier, der momentan in Unterentfelden wohnt, kennt gar nichts anderes, als auf dem Bike zu sitzen. «Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wann ich das erste Mal auf einem Velo sass. Auf jeden Fall war ich noch sehr klein», sagt er und lacht.

Mit 15 Jahren begann er dann, Rennen zu fahren und mit 16 Jahren kam er erstmals nach Europa. Und wieso wohnt er jetzt in Unterentfelden? «Ich komme seit elf Jahren immer in den Sommermonaten, das heisst von Anfang April bis zum September, nach Europa. Diesmal sind meine Freundin, die auch Mountainbike fährt, und ich zum ersten Mal im Aargau, weil wir hier Freunde haben, die uns eine Wohnung vermittelt haben», erklärt er.

«So haben wir das ganze Jahr Sommer. Da ist doch perfekt, oder?» schmunzelt er. Ausserdem seien die Trainingsmöglichkeiten hier besser als in Down Under. «In Australien fahren nicht viele Mountainbike, aus der Schweiz hingegen kommen die besten Fahrer der Welt. Davon kann ich nur profitieren.»

Nicht am Heimrennen

Die Aargauer Freunde, die McConnell anspricht, ist die Familie von Beat Stirnemann, dem ehemaligen Nationaltrainer und Organisator des heutigen Rennens in Gränichen. Trotzdem kann der Aargauer Australier an seinem «Heimrennen» nicht teilnehmen.

«Bei einigen Rennen kann ich selbst entscheiden, ob ich teilnehmen will, andere hingegen werden von meinem Team, dem Trek Factory Racing Team, vorgegeben. Ich wäre heute sehr gerne in Gränichen an den Start gegangen, aber ich werde mit meinem Team an einem Rennen in Italien starten», sagt er etwas enttäuscht.

Sein Traum ist ein Exploit beim Olympiarennen 2016 in Rio. Es wäre die dritte Teilnahme an Olympischen Sommerspielen. Zwar darf Australien nur einen Starter im Mountainbike stellen, doch momentan ist Daniel McConnell unbedrängt der beste australische Biker. Auch dank seinen Aargauer Freunden.

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