1.-Liga-Fussball
Ein Aufstieg in die 1. Liga bringt grosse Herausforderungen

Ist der Aufstieg in die 1. Liga auf sportlichem Weg einmal geschafft, müssen zahlreiche Hürden überwunden werden.

Pascal Kamber
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In der 1. Liga gelten strengere Vorschriften.

In der 1. Liga gelten strengere Vorschriften.

Längst ist die Zeit vorbei, als im Fussball nur die blanken Resultate am Ende der jeweiligen Saison für den Auf- und Abstieg massgebend waren. Zwar bilden Punkte und Tore nach wie vor die Basis, inzwischen spielen aber Dinge abseits des Rasens eine ebenso gewichtige Rolle – beispielsweise, ob ein Verein über ausreichend finanzielle Mittel verfügt oder die nötige Infrastruktur besitzt. Davon sind auch 2.-Liga-inter-Klubs wie etwa der SC Zofingen nicht ausgenommen. Ist der Aufstieg in die 1. Liga auf sportlichem Weg einmal geschafft, müssen zahlreiche Hürden überwunden werden, die hauptsächlich die Infrastruktur rund um das Heimstadion betreffen.

Gemäss Artikel zwei des Wettspielreglements der 1. Liga sind für die Meisterschaftspartien nur Sportanlagen zugelassen, bei welchen kein ungehinderter Zugang möglich ist. Ausserdem wird eine Resultat- Anzeigetafel mit Matchuhr sowie eine Lautsprecheranlage verlangt, damit sich die Zuschauer während des Spiels informieren können. Der Rasen- oder Kunststoffrasenbelag hat eine Mindestgrösse von 100 auf 64 Meter vorzuweisen. Ergänzend kommen ein Sicherheitsabstand von je drei Metern zur Tor- und Seitenlinie, die Markierung der technischen Zone und ein 1,1 Meter hohes Geländer als Abgrenzung hinzu.

Auch innerhalb des Stadionareals gelten mehrere Vorschriften. So muss der ungehinderte Zu- und Weggang der Mannschaften und des Schiedsrichter-Trios gewährleistet und während des Spiels überwacht sein. Während für die Beteiligten separate Dusch- und Umkleideräume inklusive Massagetisch vorgesehen sind, wird mittels Eingangskontrolle sichergestellt, dass die Zuschauer keine unerlaubten Gegenstände wie etwa Feuerwerk oder PET-Flaschen ins Stadion einführen.

Zu guter Letzt müssen die Fluchtlichtanlagen mit dem nötigen Unterhalt betrieben werden, damit die Mindestwerte bei der Beleuchtungsstärke erreicht werden und der Heimklub somit die Bewilligung zur Austragung von 1.-Liga-Meisterschaftspartien erhält.

Zwölf Jahre «Erfahrung»

Der umfangreiche Auflagen-Katalog löst bei den Verantwortlichen des SC Zofingen keine Schweissausbrüche aus. «Die erste Mannschaft hat vor ihrem Abstieg im Juni 2014 zwölf Jahren in Serie in der 1. Liga gespielt», sagt SCZ-Präsident Hans Jörg Ryter, «auch deshalb befinden wir uns in der komfortablen Situation, dass wir sämtliche Anforderungen für einen allfälligen Aufstieg erfüllen.» Das offizielle Saisonziel, die Rückkehr in die 1. Liga, könne deshalb bedenkenlos verfolgt werden. Mehr noch: «Weil seit dem Abstieg erst zwei Jahre vergangen sind, erübrigt sich bei uns nach der Saison unter Umständen die vom Verband durchgeführte Inspektion – vorausgesetzt, wir steigen auf», sagt Ryter.

Als weiteren Vorteil erachtet der 57-jährige Safenwiler, dass die Stadt Zofingen als Besitzer des Stadion Trinermatten für dessen Unterhalt aufkommt. «Die betreffenden Kosten halten sich dadurch für uns in Grenzen», so Ryter. Diese Situation würde wenige Kilometer nordöstlich deutlich anders aussehen. Falls dem FC Rothrist in naher Zukunft der Aufstieg in die 1. Liga gelingen sollte, stünden ihm als Klubhaus-Eigentümer auf der Stampfi teils happige bauliche Massnahmen an. «Neben der Anpassung des Zauns und der Flutlichtanlage kämen wir nicht um einen Garderoben-Anbau herum, damit der Spielbetrieb weiterhin gewährleistet ist», erklärt FCR-Vizepräsident Foti Konstantin.

Als Tabellenvorletzter in der 2.-Liga-inter-Gruppe 5 müssen sich die Rothrister aber zumindest in dieser Saison keine Gedanken über eine mögliche Kostenexplosion machen. Der SC Zofingen hingegen darf sich als Drittplatzierter trotz fünf Punkten Rückstand berechtigte Hoffnungen auf die Promotion machen. «Die Chancen sind durchaus intakt, ein Erfolg hängt aber auch vom Rückrundenstart ab», sagt Hans Jörg Ryter zum Auftaktspiel beim Schlusslicht Grenchen am Samstag, 5. März, «nach den bisherigen Testspielen und den Trainings in der Winterpause bin ich aber optimistisch eingestellt.»

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