Fussball
Ein Achtungserfolg und viele Baustellen: Aarau gewinnt Testspiel gegen YB

Der FC Aarau siegt im ersten Testspiel gegen die Young Boys mit 2:1. Juan Pablo Garat und David Marazzi drehten den 0:1-Rückstand zu einem Aarauer Sieg. Ausserdem konnte mit Bruno Martignoni ein weiterer Neuzugang präsentiert werden.

Patrick Haller
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Verstärkt die Aarauer Verteidigung: Neuzugang Bruno Martignoni (l.)

Verstärkt die Aarauer Verteidigung: Neuzugang Bruno Martignoni (l.)

KEYSTONE

Nur zwei Tage nach dem Trainingsstart setzte sich Aarau bei tropischen Temperaturen dank Toren von Juan Pablo Garat und David Marazzi durch, nachdem die Berner zuvor durch Nuzzolo in Führung gegangen waren.

Der sportliche Wert der Aarauer Erfolgsmeldung darf allerdings nicht überbewertet werden.

Einerseits stehen beide Vereine erst am Anfang der Vorbereitungsphase.

Andererseits setzte YB in beiden Halbzeiten jeweils einige Nachwuchsakteure ein, während ein knappes Dutzend Spieler noch in den Ferien weilte oder nur als Zuschauer anwesend waren.

Demzufolge fiel das Fazit von Aarau-Cheftrainer René Weiler auch nüchtern aus: «Es war ein guter, harter Test bei grosser Hitze», sagte Weiler nach dem Schlusspfiff.

In der ersten Halbzeit sei seine Equipe «unterlegen» gewesen, während sie sich nach der Pause als «effizient im Abschluss» präsentierte.

Dennoch war nicht zu übersehen, dass die Aarauer Innenverteidigung nicht immer sattelfest war – und den erhöhten Ansprüchen der Super League in dieser Verfassung kaum zu genügen vermag.

Ebenso offensichtlich war die Aarauer Harmlosigkeit in der Offensive. Im Hintergrund laufen die Verhandlungen auf Hochtouren – noch mindestens zwei treffsichere Angreifer wird der FCA verpflichten müssen, um den aktuellen Notstand im Sturm beheben zu können.

Beim gestrigen Testerfolg wurden auch die beiden Neuverpflichtungen Swen König, der das Aarauer Gehäuse im zweiten Durchgang hütete, und Bruno Martignoni zum ersten Mal eingesetzt.

Letzterer unterschrieb erst gestern Mittag einen Vertrag über drei Jahre beim FCA. Der 20-jährige Verteidiger zählte in der abgelaufenen Saison zu den Stammkräften beim FC Locarno, wo er bereits 2009 im Alter von 16 Jahren in der Challenge League debütiert hatte und seither zu 73 Einsätzen in der zweithöchsten Spielklasse kam.

Auf internationaler Ebene trat Martignoni vor vier Jahren als Stammspieler der Schweizer U17-Auswahl, die den Weltmeistertitel in Nigeria gewann, erstmals in Erscheinung.

Zurzeit steht Martignoni auch im Kader der U21-Nationalmannschaft. «Er passt als junger, hungriger Spieler perfekt in unser Konzept», sagt Weiler über den linken Aussenverteidiger.

Hingegen vermochten sowohl Stürmer Matar Coly als auch Mittelfeldakteur Simone Grippo als Testspieler keine Werbung in eigener Sache zu betreiben und wurden jeweils in der Halbzeitpause ausgewechselt.

Zudem fehlten Goran Antic und Florian Berisha. Sie werden in der neuen Spielzeit trotz Verträgen nicht mehr zur Kader der ersten Mannschaft gehören.