1.Liga-Eishockey

Ein absoluter Gewinn für die Argovia Stars: Nicht einmal seine Verletzungen können Pascal Wittwer stoppen

Stürmer Pascal Wittwer ist der Star bei den Aarauern.

Stürmer Pascal Wittwer ist der Star bei den Aarauern.

Das Ausnahmetalent Pascal Wittwer wollte auf diese Saison hin mit dem Eishockeyspielen aufhören. Im Sommer entschied er sich allerdings dagegen und davon profitiert nun das Team. Der Stürmer der Argovia Stars hat sich nach seinen Verletzungen am Knie zurückgekämpft und befindet sich wieder in bestechender Form.

Dass auch mit 34 Jahren noch Eishockey auf hohem Niveau gespielt werden kann, beweist derzeit Pascal Wittwer in der Regio League. Der Stürmer mit der Nummer zwölf der Argovia Stars ist in einer starken Form und hat in 16 Partien zwölf Tore und zwölf Assists realisiert.

Damit ist er nicht nur der mit Abstand treffsicherste im Dress der «Sterne», sondern auch der viertbeste Skorer der Liga. Bei jedem zweiten Tor hatte er ­seine Finger im Spiel und zeigt auch in seiner sechsten Saison bei den Argovia Stars, dass er eine ­absolute Leaderfigur im Team von Roger Gerber ist.

Dabei wäre seine Karriere in der vergangenen Meisterschaft wegen drei Verletzungen am Knie beinahe zu Ende gegangen. «Ich wollte auf diese Saison hin aufhören und habe mich erst spät entschieden, doch noch weiter zu spielen. Dadurch konnte ich mich im Sommer nicht so gut vorbereiten», sagt Wittwer.

Der extrem gute Teamgeist und die Stimmung in der Garderobe waren schlussendlich für ihn ausschlaggebend, sich noch nicht ganz aus dem Eishockeygeschäft zu verabschieden.

Von dieser Entscheidung profitierte das Team. Obwohl er sich nicht wie gewünscht vorbereiten konnte, glänzt er schon seit dem Auftakt der Saison und erzielte schon in den ersten fünf Partien fünf Tore und zwei Assists.

Eine Herzensangelegenheit für den Teamplayer

In den vergangenen zwei bis drei Wochen durchlebte Wittwer eine Phase, in der es ihm nicht gut lief. Während drei Partien traf der Stürmer der Argovia Stars nicht, ehe er sich beim Cup-Ausscheiden gegen Hockey Huttwil zumindest ­wieder über ein Tor freuen konnte. Doch er wollte mehr. Er wollte den Sieg.

«Pascal war extrem bemüht und hat für uns dieses wichtige Tor geschossen, um immerhin das letzte Drittel mit einem ­guten Gefühl beenden zu ­können. Er hat wieder einmal gezeigt, wie überragenden er ist», lobt ihn Headcoach Gerber nach der 2:6-Niederlage. Mit seiner Erfahrung will Wittwer die Argovia Stars in die Playoff führen. Denn dort ist alles möglich.

Beim EHC Wettingen-Baden hat die Eishockeykarriere von Wittwer angefangen.

Beim EHC Wettingen-Baden hat die Eishockeykarriere von Wittwer angefangen.

Persönliche Ziele verfolgt der Mann aus Vogelsang nicht. Viel wichtiger ist es ihm, mit der Mannschaft Erfolge zu erzielen. Auch Trainer Gerber bemerkt diese Einstellung bei Wittwer:«Er ist ein unglaublich guter Teamplayer. Obschon Pascal der Star des Teams ist, kann er sich unterordnen. Er ist ein sehr umgänglicher, charakterstarker Typ und was das Sportliche anbelangt für jeden Trainer mit seiner Schnelligkeit und seinen Überraschungs­momenten ein grosser Gewinn.»

Die Eishockeykarriere von Wittwer begann 2001 beim EHC Wettingen-Baden. Fünf Jahre später wechselte er zum HC Ajoie und startete damit in der NLB durch. Zwei Jahre blieb er bei den Jurassiern, bevor er 2008 zum EHC Basel wechselte.

Dort spielte Wittwer bis zum Konkurs der Basler im Jahr 2014. Für Wittwer war dann der Zeitpunkt gekommen, seine Profikarriere zu beenden und einen Wechsel in die Regio League zu den Argovia Stars zu vollziehen.

Wittwer steht schon seit seinem sechsten Lebensjahr auf dem Eis.

Wittwer steht schon seit seinem sechsten Lebensjahr auf dem Eis.

Rückblickend würde er sich gleich entscheiden. «Ich bereue es definitiv nicht. Im Gegenteil – ich bin froh diesen Schritt gemacht zu haben. Es war eine schöne Zeit als Profieishockeyspieler. Aber ich bin auch sehr glücklich, dass ich schnell Tritt im Berufsleben fassen konnte» sagt Wittwer, der mit einem 100-Prozentpensum als Bau­leitungssanitär arbeitet.

Am Dienstagabend (Spielbeginn: 20 Uhr)  findet in der Keba das zweite Aargauer Derby der Saison gegen die Red Lions statt. Was die weitere Zukunft bringt, weiss der Aargauer im Moment noch nicht. Nach all den Jahren hat sich bei ihm immer noch ­keine Sättigung eingestellt.

Er spielt seit seinem sechsten ­Lebensjahr Eishockey und muss sich noch immer nicht speziell motivieren. Die Sportart hat für ihn eine riesige Bedeutung und ist zur Herzensangelegenheit geworden. Solange das so bleibt, sieht er darum keinen Grund, mit dem Eishockeyspielen aufzuhören.

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