Im Grunde dürfen sich die Verantwortlichen des HSC Suhr Aarau freuen. Sie erhielten gestern Abend die definitive Bestätigung, für die kommende Saison einen guten Transfer gelandet zu haben. Insgesamt elf spektakuläre Paraden und drei gehaltene Siebenmeter glückten Torhüter Tobias Wipf. Rein statistisch gesehen machte er den Unterschied. Der einzige Haken am gefreuten Auftritt Wipfs: die Leidtragenden waren die Suhrer selber.

Auch wenn der Aargauer in Diensten der Lakers jede Partie gegen seinen Stammverein Suhr Aarau als «speziell» bezeichnet, war das erste Duell nach Bekanntwerden seiner sportlichen Rückkehr in die Heimat noch eine Spur spezieller. Stäfa sah sich genötigt, im Vorfeld des gestrigen Spiels auf der Vereinshomepage eine Art Treueschwur von Wipf einzufordern. Der Torhüter liess seinen Worten Taten folgen. «Natürlich war da ein gewisser Druck, aber ich versuchte, den Fokus aufs Spiel zu legen. Schliesslich bin ich bei Stäfa unter Vertrag und mein Job ist es, meinen Beitrag zum Ligaerhalt zu leisten.»

Im Schatten vom Held des Tages ging ein bemerkenswertes Comeback fast unter. Zehn Minuten vor der Pause betrat beim HSC Torhüter Martin Pramuk das Spielfeld. Sechs Monate war er aufgrund von Nachwehen einer Gehirnerschütterung ausgefallen. Seine letzte Partie bestritt der Slowake Mitte Oktober ebenfalls in Stäfa. «Ich brauche noch ein wenig Zeit», entschuldigte sich Pramuk beinahe dafür, dass er nicht mehr Einfluss auf die Partie nehmen konnte. Ein spezieller Tag blieb es trotzdem – auch wegen seines gestrigen 39. Geburtstags!

Starke Teamleistung

Auf die Torhüter reduzieren durfte man den Sieg der Zürcher aber keinesfalls. Stäfa war auf allen Positionen und als Kollektiv der klar stärkere Part des Spiels. Bis zur 50. Minute warteten die Gäste vergeblich auf eine Schwächeperiode der Lakers. Erst als Suhr Aarau, angesichts eines Fünftore-Rückstandes mit dem Rücken zur Wand, auf eine offensive 4:2-Verteidigung umstellte und Stäfas gefährlichste Shooter Maros und Milicic in Manndeckung nahm, sorgte dies beim Heimclub kurzzeitig für einige Verwirrung. Doch näher als auf 22:25 kam der HSC nicht heran. Auch deshalb nicht, weil sich das eigene Offensivspiel gestresst und fehlerhaft anliess.

Der vorübergehende Ausfall von Rückraumspieler Patrick Romann nach 22 Minuten wegen einer Fingerverletzung trug das Seine zum Verlauf der Partie bei. Romann war bis dahin mit vier Treffern der wirkungsvollste Offensivspieler. Suhr Aarau verlor vorübergehend den Faden und resultatmässig den Anschluss. Auf ein 10:10 folgten fünf Lakers-Treffer in Folge.

Nach der Pause kehrte Romann zurück. Glücklich machte ihn dies nicht. «Bei uns hat der letzte Wille gefehlt. Wir nehmen uns so viel vor, machen auf dem Feld aber etwas komplett anderes», ärgerte er sich. Und Temporärcoach Misha Kaufmann doppelte nach: «Bei uns hat das Herz gefehlt. Wir müssen noch deutlich über das sprechen, was heute passiert ist.»

Lakers Stäfa - Suhr-Aarau 28:22 (15:11)

775 Zuschauer. – SR Bär/Süess. – Strafen: je 2-mal 2 Minuten.

Lakers Stäfa: Wipf/Schelling (für einen Penalty); Barth (1), Affentranger, Stocker, Mächler, Bajramovic, Milicic (4), Brunner (6), Ehlers (5), Bleuler (4), Jud (1), Kurbalija (4/2), Maros (3).

Suhr-Aarau: Stojkovic/Pramuk (20. bis 36.)/Wick (für einen Penalty und ab 45.); Aufdenblatten, Bräm (4), Hochstrasser, Josic (6/3). Kasapidis (1), Konecnik, Romann (5), Lukas Strebel, Patrick Strebel (2), Studer, Suter (4).

Bemerkungen: Stäfa ohne Vernier, Kägi (beide verletzt), Suhr-Aarau ohne Kaufmann, Buholzer, Wildi, Zuber, Sarac (alle verletzt). Wipf hält Penaltys von Josic (2) und Suter.