Orientierungslauf

Ein Aargauer Duo macht den Österreichern Beine

Mit Nathalie Huber und Rolf Gemperle führen zwei Aargauer Österreichs OL-Läufer an die Weltspitze ran.

Mit Nathalie Huber und Rolf Gemperle führen zwei Aargauer Österreichs OL-Läufer an die Weltspitze ran.

An der Weltmeisterschaft amtet Rolf Gemperle als Nationaltrainer und Nathalie Huber als Sportkoordinatorin. Wie lange das Aargauer Duo den Österreichern noch gemeinsam Beine macht, steht in den Sternen.

Österreichs Orientierungsläufer werden immer besser. Dafür mitverantwortlich ist seit 2010 der Boniswiler Rolf Gemperle. In Lausanne wird der 47-Jährige das österreichische Nationalteam zum dritten Mal an einer Weltmeisterschaft betreuen. Für Gemperle ist es der Höhepunkt seiner bisherigen Trainertätigkeit beim östlichen Nachbarn.

«Seit ich den Job übernommen habe, fokussiere ich mich mit unserem Team auf diese Titelkämpfe», sagt er. «Ich weiss genau, wie das WM-Gelände aussehen wird. Doch rennen müssen die Athleten immer noch selber.» Damit sie dies möglichst schnell tun, trainierte das Kader als WM-Vorbereitung mehrmals in den Wäldern rund um den Hallwilersee und wohnte in der Jugi Beinwil am See.

Österreich baute lange auf Ausnahmetalente

Österreich, das zwar bereits 1997 mit Lucie Böhm eine überraschende OL-Weltmeisterin feierte, baute lange auf einzelne Ausnahmetalente. In Lausanne tritt das Land nun mit einem kompletten Team aus fünf Männern und Frauen an. Der Aufbau von Strukturen, um bei den Athleten eine breitere Dichte und damit letztlich auch eine bessere Spitze zu erhalten, war eine der Hauptaufgaben von Gemperle in den letzten drei Jahren.

Obwohl das Nachbarland weder punkto Finanzen noch in Sachen Strukturen auch nur annähernd mit dem Schweizer Nationalteam mithalten kann, reizte den ehemaligen Schweizer Frauentrainer – Gemperle betreute Simone Niggli-Luder bei ihrer allerersten WM-Teilnahme 1999 in Schottland -– die Arbeit in Österreich. «Mir macht es Spass. Es ist eine Herausforderung, etwas aufzubauen und zu formen», sagt Gemperle.

Überzeugender Nachwuchs

Der Erfolg blieb nicht aus. Im letzten Jahr bejubelte das Land mit Robert Merle einen Junioren-Weltmeister, der mit dem 7. Rang an der WM der Grossen bewies, dass sein Sieg mehr als eine Eintagesfliege war. Auch bei den Juniorinnen kann man sich bereits mit der Weltspitze messen. Drei Läuferinnen aus dem WM-Team sind noch im Nachwuchsalter.

Damit Gemperle seine Ressourcen besser in die Arbeit mit den Athleten stecken kann, hat der österreichische Verband die Stelle der Sportkoordinatorin geschaffen. Seit einem halben Jahr kümmert sich die Aarauerin Nathalie Huber in einem 50-Prozent-Pensum um organisatorische und administrative Fragen rund um den Spitzensport. Die 37-Jährige ist dafür extra ins Burgenland gezogen. Das Flair für sportliche Belange bringt Huber als Geräteturn-Trainerin beim BTV Aarau und als frühere J+S-Verantwortliche der Sektion Sport im BKS mit.

Wie lange das Aargauer Duo den Österreichern noch gemeinsam Beine macht, steht in den Sternen. Zwar erhielt Rolf Gemperle in diesen Tagen ein Angebot für eine Vertragsverlängerung als Nationaltrainer, doch der frühere Kaderläufer will mit seiner Entscheidung zuwarten. Vieles hängt von der Motivation ab. Rund 80 Tage pro Jahr ist er für den OL-Sport unterwegs. Kommt dazu, dass er als Reisefotograf weitere 70 Tage in aller Herren Länder auf Pirsch geht. Verständlich, dass einem da bisweilen danach ist, wieder mal etwas mehr im eigenen Bett zu übernachten.

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