Es lässt sich nicht unbedingt sagen, der Aargauer Fussball befinde sich in einer Blütezeit. Nach dem Rückzug von Wohlen gehört mit dem FC Aarau bald nur noch ein Verein zur Swiss Football League. Und dies in der Challenge League.

Das Fähnlein des hiesigen Fussballs hält in der Schweiz derzeit Loris Benito hoch, der am vergangenen Samstag den Höhepunkt in seiner bisherigen Karriere erlebte.

Loris Benito wurde mit den Young Boys Schweizer Meister

Loris Benito wurde mit den Young Boys Schweizer Meister

Als Stammspieler der Young Boys feierte der 26-Jährige mit den Bernern den ersehnten Meistertitel. Auch im vergangenen Jahr hatte beim FC Basel mit dem Erlinsbacher Renato Steffen ein Aargauer den Pokal in den Händen gehalten.

«Es war der Wahnsinn. Man hat kein Stücklein des Rasens mehr gesehen, so dicht standen die Leute. Das sind Bilder, die ich mein Leben lang nie vergessen werde», schilderte Benito, was sich nach dem 2:1-Sieg über Luzern im Stade de Suisse zugetragen hat.

Schon vier Titel im Palmarès

«Nach der ausgedehnten Party mit den Fans im Stadion feierte die Mannschaft gemeinsam mit Familien und Freunden in einem Lokal. Jeder solange, wie er mochte. Ich würde sagen, achtzig Prozent der Mannschaft blieben bis zum bitteren Ende.»

Eine Premiere war der Titelgewinn für den Aussenverteidiger allerdings nicht. Es ist nach dem Gewinn der Meisterschaft und des Cups in Portugal mit Benfica sowie dem Cupsieg mit dem FCZ bereits der vierte Titel in seinem Palmarès.

Loris Benito im Interview

Loris Benito im Interview

«Der grosse Unterschied ist der, dass in Lissabon ein Titel immer erwartet wird. Hier in Bern lechzten alle nach diesem Erfolg. Als er dann Tatsache wurde, war es unglaublich schön», erzählte Benito und ergänzte: «Ein besonders bewegender Moment war, als YB-Besitzer Hans-Ueli Rihs in der Kabine zu uns sprach. Das war hoch emotional.»

Und natürlich war auch für Benito die Geschichte um Marco Wölfli, der in einer wichtigen Phase einen Penalty abwehrte und den Glauben an den Sieg neu entfachte, eine spezielle. «Es gibt keinen Regisseur, der das Drehbuch besser hätte schreiben können. Ich mag es Marco unglaublich gönnen», sagte Benito.

Ewig feiern können die Berner aber nicht. In dreieinhalb Wochen wartet mit dem Cupfinal gegen den FC Zürich im Stade de Suisse noch ein Höhepunkt.

Loris Benito freut sich mit Torhüter Marco Wölfli

Loris Benito freut sich mit Torhüter Marco Wölfli

Benito sagte: «Einer der ersten Gedanken nach dem Erwachen am Sonntagmorgen galt dem Cupfinal. Diesen wollen wir unbedingt gewinnen. Dann schreiben wir eine Geschichte, die so schnell nicht zu toppen sein wird. Ich habe gehört, es seien sechzig Jahre seit dem letzten Double vergangen. Wenn wir es geschafft haben, 32 lange Jahre des Wartens auf einen Meistertitel zu beenden, dann wird uns das auch mit den 60 Jahren aufs Double gelingen.»

Spycher schafft das

Und dann, fällt die YB-Mannschaft nach der Saison auseinander? «Nein, das glaube ich nicht. Natürlich wecken unsere Leistungen bei anderen Klubs Begehrlichkeiten», sagt Benito. «Aber ich denke, unser Sportchef Christoph Spycher wird auch für die kommende Saison eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellen.»

Die Young Boys feiern den Meistertitel im Stadion

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Steve van Bergen: «Wir haben das verdient», Christian Fassnacht meint «Es ist unglaublich» und Marco Wölfli witzelt.

Young Boys sind Schweizermeister 2018: Die Fans feiern im Stade de Suisse

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Fans der Berner Young Boys feiern auf dem Spielfeld im Stadion den Meistertitel.