Inwieweit die Öffentlichkeit davon Notiz genommen hat, ist schwierig abzuschätzen, eine offizielle Mitteilung vom FC Aarau gab es dazu nicht: Sportphysio Marco Dobler hat den Challenge-League-Klub unmittelbar nach Beginn der Rückrunde verlassen. Nach fünfeinhalb Jahren hat der 34-jährige Freiämter seine Zelte im Brügglifeld abgebrochen und beim FC Luzern angeheuert.

Ausgerechnet in Luzern, beim Gegner des FCA im Cup-Viertelfinal vom Mittwoch. Und so kehrt Dobler nur dreieinhalb Wochen nach seinem Abgang bereits wieder nach Aarau zurück – als Teil des Medical Teams des Gegners. «Ich freue mich enorm auf diese Partie», sagt er im Gespräch mit der «Aargauer Zeitung».

Besucher sind in FCL-Katakomben unerwünscht

Dieses findet nicht wie ursprünglich angedacht in seinem neuen Reich in der Luzerner Swissporarena, sondern im Restaurant neben dem Stadion statt. Die Katakomben sind dem FCL heilig. Hier kommt keine externe Person rein, schon gar kein Journalist.

So bleibt Dobler nichts anderes übrig, als von seinen neuen Arbeitsbedingungen und dem neuen Umfeld zu schwärmen. «Ich wurde hier sehr gut aufgenommen und fühle mich schon sehr wohl», sagt er. Im Gegensatz zu seinem Engagement beim FCA, wo alles etwas beschaulicher und familiärer ablief, ist in Luzern alles viel professioneller organisiert.

Im Trainingslager in Marbella war Dobler noch für die Aarauer da. Hier mit Olivier Jäckle.

Im Trainingslager in Marbella war Dobler noch für die Aarauer da. Hier mit Olivier Jäckle.

In Aarau war Dobler neben seiner eigentlichen Funktion auch noch für diverse Dinge in Sachen Material und Organisation zuständig. Bei seinem neuen Klub liegt der Fokus voll und ganz auf seiner Kernkompetenz. Neben dem Therapie-Raum steht Dobler für seine Behandlungen in der Swissporarena auch ein Wellness-Bereich mit Kälte- und Dampfbad, Sauna und Whirlpool zur Verfügung. Im Hallenbad unmittelbar neben dem Stadion gibt es zudem eine Kältekammer.

Eine weitere Verflechtung

«Für meine Entwicklung war die Zeit in Aarau sehr wichtig. Hier habe ich überall hineingesehen», sagt Dobler, der mit dem Wechsel zum FCL, wo er Leiter des Medical Teams ist, noch einmal neue Reize schaffen will. Der zweifache Familienvater hat in der Innerschweiz die Nachfolge von Michael Gut angetreten, der dereinst ebenfalls vom FCA zum FCL gestossen war und nun seine eigene Praxis eröffnet. Gut war es auch, der den ersten Kontakt mit Dobler herstellte.

Damit sind die Medical Teams der Aarauer und der Luzerner um eine neue Verbindung reicher: Auch FCA-Konditionstrainer Reto Jäggi hat eine Vergangenheit beim FCL. Dasselbe gilt für FCA-Sportphysio Jean-Pierre Frey. Letzterer allerdings bestreitet mit dem Cup-Viertelfinal von morgen seinen letzten Einsatz für die Aarauer, bevor er sich in die Privatwirtschaft zurückzieht.

Gemeinsamer Abschied vom FCA

Gerade auch dieser Umstand steigert die Vorfreude Doblers auf den Vergleich mit seinem Ex-Klub: «So können Jean-Pierre und ich unsere gemeinsame Zeit beim FCA – wenn auch als Gegner – in derselben Partie abschliessen. Das macht die ganze Sache rund», sagt er.

Dobler ist in der Winterpause in die Super League aufgestiegen. Das zeigt sich auch schon alleine daran, dass sich sein neues Reich im Luzerner Stadion auf der ersten Etage befindet, in Aarau ist der Therapie-Raum im Kellergeschoss gelegen.

Vor der Partie im Brügglifeld hat Dobler nur eine Sorge: «Ich hoffe, dass ich nicht automatisch aufspringen werde, wenn sich ein FCA-Spieler am Boden wälzt», sagt er und lacht – wohlwissend, dass ihm die Umstellung auf die Klubfarben blau und weiss bereits bestens gelungen ist.