Einige Handballer bereiten sich auf die neue Saison mit Konditionstraining vor, andere verbringen ihre Zeit im Trainingslager – nicht so Christoph Hert vom TV Zofingen. Der Aarauer darf mit Sydney nach Doha (Katar) und nimmt dort vom 25. bis 31. August am Super Globe teil – der Klub-WM für die kontinentalen Handball-Meister. Für den ehemaligen Nationalspieler ein grosser Höhepunkt.

Um sportlich ein wenig kürzerzutreten, wechselte der 29-Jährige vor fünf Jahren vom NLA-Verein TV Suhr zu Zofingen. Nun darf der Bankangestellte noch einmal auf der internationalen Handball-Bühne auftreten – gegen Gegner, die es in sich haben und gegen die jeder Schweizer gerne einmal spielen möchte. «Das hätte ich nicht mehr gedacht. Es ist für mich ein grosses Erlebnis und auch eine Ehre, daran teilzunehmen», meint der Aarauer. Beim Super Globe nehmen die jeweils besten Teams jedes Kontinents teil. Die grossen Leckerbissen sind vor allem Barcelona, mit dem ehemaligen Welthandballer Nikola Karabatic, und der aktuelle Champions-League-Sieger Hamburger SV.

Von Zofingens Ex-Goalie angefragt

Für Sydney besitzt die Teilnahme an der Klub-WM einen grossen Stellenwert, geniesst doch der Handball in Australien nicht gerade ein grosses Ansehen. Deshalb braucht es für diesen Top-Event auch Ergänzungen im Kader. Auf Anfrage von Pascal Winkler – ehemaliger Zofinger Torhüter und nun im Kader von Sydney und der australischen Nationalmannschaft – kam Hert zu seinem Engagement als Verstärkungsspieler.

«Es ist schön, wie früher wieder einmal eine Woche nur für den Handball zu leben», sagt er. Auf eine Vorbereitung mit Sydney kann Hert jedoch nicht aufbauen. Neben dem ordentlichen Trainingspensum bei Zofingen rückten berufliche Verpflichtungen und der Abgabetermin der Bachelor-Arbeit in den Vordergrund. Sobald aber die Arbeit abgegeben ist, steigt er ins Flugzeug.

«Gegen den HSV chancenlos»

Lediglich ein paar Youtube-Videos dienten dazu, die australischen Spielzüge zu studieren. Dabei hat Hert aber auch erkannt, dass für Sydney gegen die grossen Gegner praktisch nichts zu holen ist. «Gegen den HSV sind wir chancenlos, das Spiel wird für uns einfach zum Erlebnis. Wir sind aber motiviert bis in die Haarspitzen und wollen uns natürlich so teuer wie möglich verkaufen», erklärt der Aarauer.

Daneben fallen Gruppenspiele gegen die beiden katarischen Teams El-Jaish und Al-Sadd, dem Organisator des Turniers, an. «In Katar spielt ja Geld nicht so eine grosse Rolle, also sind wir gespannt, wie sie sich verstärkt haben. Im letzten Jahr wurde praktisch das halbe Team von Montpellier verpflichtet», fährt Hert weiter.

Obwohl der Stellenwert des Super Globe in Europa nicht ganz so hoch ist, freut sich der Aarauer vor allem auf die Partie gegen den HSV. Dort trifft der 1,74 Meter «kleine» Rückraumspieler auf Gegner um die zwei Meter – Weltklasse-Spieler, gegen die er sonst wohl kaum mehr antreten könnte. Folglich ist für ihn auch klar: «So eine Chance bekommst du nur einmal im Leben.»