Klettern
Ein 18-jähriger Aargauer ist in zwei Kletterdisziplinen top – wie schafft er das?

Kevin Huser aus Widen gehört zu den grössten Nachwuchshoffnungen der Schweiz. Nach seiner hervorragender letzten Saison, welche mit dem WM-Titel im Lead gipfelte, hat Huser Blut geleckt.

Chantal Fimian
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Kevin Huser will auch in dieser Saison hoch hinaus.

Kevin Huser will auch in dieser Saison hoch hinaus.

davidschweizer.ch

Was für eine letzte Saison für Kevin Huser. An den Jugend-Weltmeisterschaften im Eisklettern gewann der 18-Jährige den WM-Titel im Lead und wurde in der Speed-Disziplin Dritter.

Im Jahr 2014 knüpft Huser nahtlos an seine letzte Saison an.

Im Januar durfte er sich an der Jugend-WM die Silbermedaille und an den Schweizer Meisterschaften die Goldmedaille umhängen lassen.

Kaum sind die Wettkämpfe auf Eis beendet, startet der Widener im Sportklettern – und dies keinesfalls minder erfolgreich.

Bei der Jugend ist er in verschiedenen Disziplinen mehrfacher Schweizer Meister. Nun startet Huser in sein zweites Elite-Jahr.

Ambitionen auf Weltcup-Podestplätze hegt das Widener Nachwuchstalent allerdings noch keine: «In diesem Jahr möchte ich noch weitere Erfahrungen im Weltcup sammeln. Ich habe bei meinem ersten Wettkampf in Belgien 2013 gesehen, dass das Niveau hoch, aber nicht unerreichbar ist», gibt sich der Schüler des Gymnasiums Rämibühl gelassen.

Noch bestreitet Kevin Huser Wettkämpfe in der Jugend-Kategorie, in welcher er um die Qualifikation für die Europameisterschaft im schottischen Edinburgh klettert. Ende Mai/ Anfang Anfang Juni findet in Imst (Österreich) ein Europacup im Lead statt. Kommt der Aargauer dort unter die ersten zehn, besteht die Möglichkeit, dass er in Schottland mit dabei ist. «Aber ich kenne die genauen Selektionskriterien nicht. Das hängt vom Schweizer Verband ab», erklärt er. Zuvor kämpft der Aargauer in Grindelwald ein weiteres Mal um den Schweizer-Meister-Titel.

Gesättigt von den vielen Erfolgen ist Huser noch lange nicht. «Ich bin motiviert und starte seit zwei Jahren in der Winter- und Sommersaison. Dadurch habe ich nie Pause.» Zu viel wird es ihm aber nicht. Sportklettern sei eine gute Voraussetzung für den Wettkampf auf Eis, so der Widener. «Aber man muss noch einiges tun, damit man mit der richtigen Technik klettert. Die Belastung ist anders und es lastet mehr Gewicht auf den Armen. Eisklettern ist brachialer, das kommt mir entgegen.» Es macht den Anschein, als stecke Huser die Doppelbelastung locker weg.

Ob er weiterhin zweispurig fahren wird, ist aber noch ungewiss. Das komme auf diese Saison im Sportklettern an. Den Trainingsschwerpunkt legt der Schüler schon jetzt auf die Lead-Disziplin: «Ich will in dieser Saison den Anschluss bei der Elite finden. Ich gebe einfach Vollgas und hoffe, dass es klappt. Eisklettern habe ich schon immer einfach nebenbei gemacht.» Und dies äusserst erfolgreich, sodass er gemeinsam mit 50 anderen Athleten an den Olympischen Spielen in Sotschi seine Sportart präsentieren durfte.