Zwei Tage frei. Das haben Fussballer mitten in einer Saison selten. Während der Nationalmannschaftspause aber ist das denkbar. Am vergangenen Wochenende ermöglichte es Trainer Francesco Gabriele seinen Spielern, während 48 Stunden durchzuatmen.

Für einmal keine Gedanken zur sportlichen Momentaufnahme. Für einmal nicht den Fussball priorisieren. Die Pause, so Gabriele, hätte seiner Mannschaft gutgetan. Zufrieden sei er mit dem, was er seit der FCZ-Niederlage gesehen habe. Nicht nur auf dem Trainingsplatz im Sportzentrum Niedermatten, sondern auch in Spanien, wo er die zwei freien Tage verbrachte.

Gabriele weilte nicht etwa im Kurzurlaub, sondern begann bereits mit den Vorbereitungen für die Winterpause. An der Costa Blanca inspizierte der 39-Jährige diverse Trainingszentren und Hotels. Der FC Wohlen arbeitet nämlich intensiv an der Realisierung eines Wintertrainingslagers.

Einen Luxus, den sich der FC Wohlen zuvor schon länger nicht mehr gönnen wollte und konnte. Seit der Ankunft des saudischen Investors Monquez al-Yousef scheinen die finanziellen Grenzen verschiebbar. Zumindest in solch einem Ausmass, dass es für die Finanzierung eines Trips ausreicht. Noch wird über die Länge des Trainingslagers diskutiert. «Sollten wir die Chancen aber tatsächlich erhalten, will ich sicherstellen, dass wir optimale Bedingungen vorfinden werden», erklärt Trainer Gabriele seine Inspektion.

Neuzugang Bicvic trifft doppelt

«Insgesamt blicke ich mit positivem Eindruck auf die letzten Tage zurück.» Gabriele sagt das an diesem Dienstagabend auch, weil seine Mannschaft soeben ein Testspiel gegen den 1.-Liga-Klub aus Baden erfolgreich beendete. 4:1 gewinnen die Freiämter. Obwohl sie auch gegen den zwei Spielklassen tiefer situierten Klub wieder früh in Rückstand geraten. «Bis zur 10. Minute müssten wir mit unseren Chancen 2:0 führen, stattdessen kassieren wir per Eckball wieder das Gegentor.»

Die Eckbälle bereiten Gabriele Sorgen. In der Liga standen sie jüngst am Ursprung einiger Tore. «Dieses Denken, dass wir bei einer Corner-Situation bloss kein Tor kassieren dürfen, hemmt uns. Das müssen wir aus den Köpfen bringen.» Immerhin. Gabriele sieht wie seine Mannschaft bald zur Reaktion fähig ist: Neuzugang Bicvic gleicht aus.

Vor der Pause bringt dieser den FC Wohlen gar in Front. Im zweiten Durchgang zelebriert der FC Wohlen dann Einbahnfussball. Aus haufenweise Chancen resultieren nur zwei weitere Tore. Stahel und Dangubic treffen. Dennoch holt sich die Gabriele-Elf nach der Testspiel-Niederlage gegen Thun (1:3) gegen Baden einen ungefährdeten Sieg.

Am Montag trifft der FC Wohlen in der Meisterschaft auf das zweitplatzierte Neuchâtel Xamax. Dann will Gabriele sehen, dass die Mannschaft das frisch getankte Selbstvertrauen auch auf den Ligaalltag ummünzen kann. Ein mutiges Spiel erwartet er von seiner Equipe. «Wir probieren nach vorne zu spielen, denn in unserer Situation wäre es definitiv das Falsche, uns einfach hinten einzuigeln.»