Motocross Wohlen

«Dschihad-Walther» – der Rockstar im Staub – fährt Kampflinie

Der 31-jährige Patrick Walther aus Auw übernimmt in Wohlen die EM-Führung in der Kategorie MX2. In drei Läufen lieferte er sich harte Duelle mit seinem Yamaha-Markenkollegen Andy Baumgartner. Zwei Läufe entschied der Freiämter für sich.

Zu Tausenden strömten die Fans am Wochenende ans Motocross in Wohlen. Und einen feierten sie wie einen Rockstar: den Freiämter Patrick Walther. Walther dankte es mit Leistung und Motorradsport vom Feinsten. Mit dem Ostschweizer Andy Baumgartner lieferte er sich fast schon epische Duelle. Die internationale Konkurrenz, angeführt von Europameister John Cuppen, hatte das Nachsehen. Einen zweiten und zwei erste Plätze fuhr Walther heraus beim Saisonauftakt der Amateur-EM auf dem Circuit Wohlen. Damit hat er die Führung in der Kategorie MX2 übernommen.

Spitzname aus Deutschland

Ein besonders waghalsiges Manöver bei einem Rennen in Deutschland trug dem Aargauer einst den Spitznamen «Dschihad-Walther» ein. Heute, mit 31 Jahren, suche er nicht mehr das letzte Risiko, sagt Walther, um mit einem Grinsen anzufügen: «Aber hier in Wohlen drückte der alte ‹Dschihad-Walther› wieder etwas durch.»

Im ersten Lauf vergab Walther den Sieg, als er mit einem überrundeten Fahrer in der Luft zusammenstiess. Der zweite Durchgang war ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Schweizer. Nach mehreren Führungswechseln behielt Walther das bessere Ende für sich. Im letzten Lauf, beflügelt vom Gelben Trikot des EM-Leaders, übernahm Walther in der ersten Runde die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr her. Doch der 21-jährige Baumgartner klebte stets an seinem Hinterrad. Walther musste einige Male Kampflinie fahren, spielte dabei all seine Routine aus.

Fokus auf Schweizer Meisterschaft

Im Gegensatz zu Baumgartner wird Yamaha-Markenkollege Walther nicht die gesamte Amateur-EM bestreiten. Vor einigen Jahren, als er sich mit den IMBA-Funktionären (Internationaler Motorsport Bund für Amateure) überwarf, sagte er gar, er werde nie mehr IMBA-Rennen bestreiten. «Das ist Vergangenheit», sagt Walther heute. Inzwischen bestreitet er wieder ausgewählte EM-Rennen wie jenes in Wohlen, Vorrang geniesst indes die Schweizer Meisterschaft.

In Wohlen war «Dschihad-Walther» der Liebling der Fans. Bei einigen Manövern waren ihre Kehlen lauter als die Motoren. «Ich nehme das wahr, höre es sogar», sagt Walther. Viel Zeit zum Feiern blieb am Sonntag dennoch nicht. Bereits am Montag um 7 Uhr steht der Plattenleger wieder auf der Baustelle – im normalen Leben.

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