National League B
Dritte Pleite: Trotz fulminanter Aufholjagd verliert Olten wieder

Auch nach dem Kellerduell steht der EHC Olten in der neuen Saison noch ohne Punkte da. Beim HC La Chaux-de-Fonds konnten die Oltner nie ernsthaft mit einer Revanche liebäugeln, obwohl sie knapp mit 5:6 verloren.

Jürg Salvisberg (Text) und Yann Schlegel (Ticker)
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Schlechte Laune: EHCU-Trainer Scott Beattie

Schlechte Laune: EHCU-Trainer Scott Beattie

Keystone

Zwar gab es im Gegensatz zu den ersten beiden Auswärtsspielen beim ersten Gegentor keinen Sekundenschocker, aber das 3:0 in der 22. Minute auf einen Shorthander beraubte die Gäste vorzeitig einer realistischen Siegeschance.

La Chaux-de-Fonds wirkte von Beginn weg in seinen Aktionen gelenker. Die keineswegs herbstlichen «Bienen» stachen die zu lange wie bemühte oder müde Fliegen über das Eis ziehenden Oltner mit ihrer Zielstrebigkeit und effizienten Spielweise aus.

Robin Leblanc wurde in der 7. Minute an der blauen Linie lanciert und bezwang Michael Tobler ein erstes Mal in die tiefe entfernte Ecke. Ähnlich, wenn auch in die entgegengesetzte Ecke, musste sich der Oltner Torhüter in der 12. Minute geschlagen geben.

Samuel Grezet versenkte den an ihm verschuldeten Penalty souverän zum 2:0-Drittelstand. Eigentlich hätten die Oltner bis zu diesem Zeitpunkt die Null auf der Anzeigetafel längst tilgen müssen.

Cédric Schneuwly schaffte es in der 3. Minute, am leeren Tor vorbei zu schiessen. Philipp Wüst, Justin Feser und Shayne Wiebe sahen ihre gute Möglichkeiten im Startabschnitt ebenfalls samt und sonders von Remo Giovannini im Neuenburger Gehäuse abgewehrt.

Aufholjagd liess warten

Seinen Tiefpunkt erreichte das Oltner Gastspiel in der 22. Minute, als der Chaux-de-Fonnier Raphael Erb die Strafbank drückte: Gänzlich ungehindert glitt Loic Burkhalter durch die Hinterreihe der Auswärtigen und bezwang Tobler ein drittes Mal mit einem Flachschuss.

Immerhin halfen darauf die Einheimischen darauf dem Team von Scott Beattie etwas auf die Sprünge, als Adrian Brunner von einem Missverständnis mit Goalieschwäche in deren Abwehr profitierte und in der 26. Minute auf 3:1 verkürzte.

Wer danach jedoch das grosse Aufbäumen der Gäste erwartet hatte, sah sich bald einmal eines Besseren belehrt.

Zuerst passierte minutenlang gar nichts vor dem Neuenburger Kasten. Dann liessen die Oltner für einen kurzen Moment die Brillanz vergangener Zeiten aufblitzen: Fabian Ganz passte im Powerplay ins Zentrum zu Diego Schwarzenbach, der die Scheibe auf den Stock von Schneuwly vor dem Tor verlängerte, der diese hoch einnetzte.

Es sollte aus Sicht der wenigen angereisten Oltner Fans der Glanzpunkt des Abends sein, doch die so in der 30.Minute scheinbar lancierte Aufholjagd fand dann nicht statt.

Zwei identische Tore

Bald übernahmen wieder die Gastgeber unbestritten das Kommando. Pierrick Pivron suchte sich in der 33. Minute bei einer angezeigten Strafe gegen Olten die Lücke vor dem Slot und stellte den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her.

Dann gelang es den sich in einen kurzen Angriffsrausch hineinspielenden Berglern, innert 154 Sekunden durch Topskorer Neininger zum 5:2 und mit einem in der Entstehung absolut identischen Treffer in der 40. Minute auf 6:2 zu erhöhen.

Marco Truttmann liess zwar die Hoffnungen der Gäste für das Schlussdrittel drei Sekunden vor der zweiten Sirene mit seinem 6:3 in Überzahl nochmals aufleben, doch erneut liessen die Oltner nach Wiederbeginn das eigentliche Durchstarten vermissen.

Wieder führte La Chaux-de-Fonds in der letzten Periode viel zu lange das Zepter. Als Truttmann in der 57. Minute seine zweite Mouche zum 6:4 glückte, konnte das Schlusslicht das Ruder nicht mehr herumreissen.

Zwar gelang Brunner vermeintliche vier Sekunden vor Spielende, als Tobler das Eis längst verlassen hatte, gar noch das 6:5. Doch mehr als ein paar Emotionen über die auf 59:53 Minuten zurückgestellte Uhr konnte der Anschlusstreffer nicht mehr auslösen.

«Das Positive ist, dass wir im dritten Drittel zurückgekommen sind», nahm Dino Stecher in seinem Fazit den Plusfaktor vorneweg. Der Qualifikationssieger der letzten Saison habe gezeigt, dass das Team eigentlich funktioniere.

Oltens Assistenzcoach sagte aber auch deutlich, dass die Mannschaft an der Balance zwischen der Offensive und der defensiven Verantwortung arbeiten müsse. Das noch ungenügende Gleichgewicht führe noch zu Fehlern, wie sie vor dem Penalty passiert seien.

La Chaux-de-Fonds – Olten 6:5 (2:0, 4:3, 0:2)
Les Mélèzes. – 1410 Zuschauer. – SR: (Clément; Brunner, Pitton). – Tore: 7. Leblanc (Blatter/Ausschluss Ganz) 1:0. 12. Grezet (Penalty) 2:0. 22. Burkhalter (Bonnet, Zubler/Ausschluss Erb!) 3:0. 26. Brunner (Huras, Parati) 3:1. 30.Schneuwly (Schwarzenbach, Ganz/Ausschluss Bochatay) 3:2. 33. Pivron (Strafe angezeigt) 4:2. 37. Neininger (Erb, Mondou) 5:2. 40. (39:35) Neininger (Erb, Mondou) 6:2. 40. (39:56) Truttmann (Wiebe/Ausschluss Zubler) 6:3. 57. Truttmann (Feser, Burki) 6:4. 60.(59:53) Brunner (Burki/Olten ohne Torhüter) 6:5. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen La Chaux-de-Fonds, 5-mal 2 Minuten gegen Olten.
La Chaux-de-Fonds: Giovannini; Daucourt, Erb; Sutter, Jacquet; Blatter, Zubler; Vuilleumier, Du Bois; Leblanc, Mondou, Neininger; Merola, Forget, Burkhalter; Barbero, Bonnet, Pivron; Grezet, Poudrier, Bochatay.
Olten: Tobler; Ganz, Pargätzi; Parati, Aeschlimann; Huras, Schnyder; Rampazzo; Hirt, Wiebe, Schwarzenbach; Truttmann, Feser, Burki; Brunner; Schneuwly, Wüst; Ruhnke, Wüthrich, Lüthi.
Bemerkungen: La Chaux-de-Fonds ohne Girardin, Muller (beide verletzt) und Hofmann (überzählig). Olten ohne Marolf, Schild, Weber (alle verletzt) und Meister (angeschlagen). Olten von 58:50 bis 60:00 mit sechstem Feldspieler anstelle des Torhüters. Neininger und Wiebe als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.

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