Von der Schule ins Training, dann wieder Schule, Training, zur Abwechslung ein Wettkampf und nun geht es an die Europameisterschaft nach Dänemark. Aufregend, was da Sabrina Ackermann erlebt. Die Aargauerin qualifizierte sich mit ihrer grossartigen Leistung an der Schweizermeisterschaft im Dressurreiten für die kommende EM.

Doch trotz ihrer Topform bleibt sie bescheiden: «Die Konkurrenz ist sehr stark und ich bin froh, wenn ich die zwei Programme fehlerfrei vorreiten kann.» So will sich die 19-Jährige auf keine Platzierung festlegen. Im Vordergrund stehe bei ihr vor allem das Profitieren und Erfahrungen sammeln. «Die EM ist eine tolle Gelegenheit um Neues zu lernen. Wenn ich selber nicht reite, schaue ich sehr gerne zu», sagt Ackermann begeistert. So könne sie neue Ideen sammeln, welche sie dann bis zur Perfektion üben könne: «Für mich ist der Reiz am Dressursport, dass man etwas so lange üben kann und muss, bis es perfekt ist, auch wenn es nur das kleinste Detail ist. Zu verbessern gibt es immer etwas.»

Sprung zum Dressursport

Doch nicht immer schlug ihr Herz für das Dressurreiten. Die damals 11-Jährige begann mit Springreiten und wollte zuerst nicht viel von der eleganten Sportart wissen: «Das Dressurreiten war teil der Grundausbildung, also eher ein Muss.» Doch eine ehemalige Trainerin sah das Potenzial und schlug vor mit dem jungen Talent an eine Sichtungsprüfung zu gehen. Danach wurde die Jonerin in ein Förderprogramm aufgenommen. Dank harter Arbeit, Fleiss und grosser Unterstützung der Familie kann Sabrina Ackermann heute an der EM teilnehmen. «Ohne meine Familie wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin», sagt die talentierte Schweizerin dankbar. Ihre Eltern würden sie unterstützen, wo es nur ginge, sei es in finanzieller oder organisatorischer Hinsicht: «So ist es mir möglich, dass ich mich voll und ganz aufs Reiten konzentrieren kann.»

Bei so viel Ehrgeiz und Hingabe für den Dressursport bleibt das eine oder andere schon auf der Strecke. Bei dem Pferdefan ist es das Privatleben. Verständlich, wenn man immer à jour ist und sich auf Schule, Training und Wettkämpfe gleich konzentrieren muss, bleibt nicht mehr viel Zeit für anderes. «Wenn ich einmal Feierabend oder ein freies Wochenende habe, bleibe ich gerne zu Hause. Oft bin ich auch zu müde, um noch mit Freunden wegzugehen», meint die Aargauerin. Trotzdem kämpft sie weiter für ihren Traum – einmal an einem Grand Prix teilzunehmen. Wenn also alles so weiterläuft und Ackermann ihre Topform aufrechterhält, dann kommen noch rosigere Zeiten auf sie zu.