Handball
Drei Suhrer, zwei Premieren und ein Gewinner

Thomas Stalder und Mark Schelbert vom HSC Suhr Aarau debütieren im Schweizer Nationalteam. Für beide eine neue und wertvolle Erfahrung.

Ruedi Kuhn
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Die drei Spieler von Suhr Aarau in der Nationalmannschaft (von links): Mark Schelbert, Thomas Stalder und Andrija Pendic. Wagner

Die drei Spieler von Suhr Aarau in der Nationalmannschaft (von links): Mark Schelbert, Thomas Stalder und Andrija Pendic. Wagner

Aargauer Zeitung

Der Teufel steckt im Detail. Und exakt da hatte der 21-jährige Thomas Stalder vom HSC Suhr Aarau im Vergleich mit Teamkollege Mark Schelbert die Nase vorn. Auf der Kaderliste der Schweizer Nationalmannschaft im Matchprogramm vom 39. Yellow-Cup in Winterthur suchte man den Namen von Schelbert jedenfalls vergeblich. Der bald 25-Jährige rutschte wegen einer Verletzung von Marcel Hess von Pfadi Winterthur erst vor einer Woche ins Aufgebot von Goran Perkovac.

Was den ersten Einsatz und den ersten Torerfolg für die Nationalmannschaft betrifft, steht es im Duell Stalder gegen Schelbert 2:0. Stalders Geduld wurde allerdings gehörig strapaziert. 54 Minuten waren in der Eulachhalle im ersten Spiel gegen Rumänien vorbei, als der Linkshänder endlich ins Geschehen eingreifen durfte. Der Bank-Kaufmann zeigte eine solide Leistung und erzielte drei Sekunden vor Schluss der Partie den letzten Treffer zum 35:26-Sieg für die Eidgenossen.

Logisch, dass der Youngster nach dem Erfolgserlebnis ins Schwärmen geriet. «Es macht ganz einfach Spass», so Stalder, «im Kreise der besten Handballer mit dabei zu sein. Für mich waren das viertägige Trainingslager in Tenero und die drei Spiele mit der Schweiz eine neue und wertvolle Erfahrung.»

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Richtiger Zeitpunkt

Dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen, musste Stalder beim 28:36 gegen Norwegen und beim 37:39 gegen Slowenien zur Kenntnis nehmen. Dies, obwohl er erneut je einmal ins Schwarze traf.

Dass er sich in den vergangenen Tagen ins Schaufenster der Nationalmannschaft stellen konnte, kommt für Stalder gerade zum richtigen Zeitpunkt: In dieser Woche kommt es nämlich zu ersten Verhandlungen mit den Klubverantwortlichen vom HSC Suhr Aarau bezüglich einer Vertragsverlängerung für die nächste Saison.

Mit Andrija Pendic und Schelbert zählten beim Yellow-Cup zwei weitere Spieler vom HSC Suhr Aarau zum Kader des Nationalteams. Pendic kam gegen Norwegen zu einem Kurzeinsatz. Schelbert feierte sein Debüt im Dress der Schweizer erst gestern Sonntag gegen Slowenien und erzielte ein Tor. Der Rechtshänder hat eine ganz spezielle Woche hinter sich. Am vergangenen Montagmorgen wusste er noch nichts von seinem Glück. Der junge Mann, der an der Uni Basel Sportwissenschaft studiert, sass im Zug von Basel nach Muotathal. Von einem Moment auf den andern musste er seine Pläne umstellen. Der Chef der Nationalmannschaft, Daniel Zobrist, teilte ihm telefonisch mit, dass er schnellstmöglich ins Trainingslager der Schweiz nach Tenero reisen solle.

Schelbert konnte sein Glück kaum fassen, überlegte aber nicht lange. Ein Aufgebot für die Nationalmannschaft bekommt man schliesslich nicht alle Tage. Flugs reiste er nach Basel zurück, packte seine sieben Sachen – und schon gings weiter in die Südschweiz. «Ich war völlig überrascht», sagt Schelbert. Über die Zukunft mache ich mir allerdings keine grossen Gedanken. Ich gebe mein Bestes, zeige Einsatz und mache das, was der Trainer von mir verlangt.» Mit einer solchen Einstellung dürfte Schelberts nächster Einsatz für die Schweiz in nicht allzu weiter Ferne liegen.