Olympische Spiele
Drei Namensvetter von Olympioniken aus der Region

Olympia Sie heissen wie Sport-Persönlichkeiten, die nach Sotschi fahren, müssen aber zu Hause bleiben: Hans Flatscher aus Rothrist, Mike Schmid aus Vordemwald und Martin Plüss aus Murgenthal.

Pascal Kamber
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Hans Flatscher aus Rothrist mit seinem Namensvetter aus dem Skisport auf dem Foto.

Hans Flatscher aus Rothrist mit seinem Namensvetter aus dem Skisport auf dem Foto.

pka

Ist von Hans Flatscher die Rede, ist normalerweise jene Person gemeint, die seit rund zwei Jahren das Traineramt bei den Schweizer Ski-Frauen ausübt. Fällt der Name jedoch in der Region, fühlt sich auch ein älterer Herr angesprochen - Hans Flatscher aus Rothrist.

«Das ist reiner Zufall», entschärft Letzterer jegliche Verwechslungsgefahr. Obwohl der 78-jährige Rentner wie sein bekannter Namensvetter aus Österreich stammt und in Salzburg aufgewachsen ist, haben sich die beiden bisher weder getroffen noch persönlich kennen gelernt. «Ich weiss nur, dass es ihn gibt», sagt der ältere Hans Flatscher.

Die Skirennen verfolgt er trotzdem mit grossem Interesse wie auch die am Freitag beginnenden Olympischen Winterspiele in Sotschi. «Von früh morgens bis spät abends werde ich die Wettkämpfe schauen», freut sich Hans Flatscher auf das sportliche Highlight des Winters.

Von der Rivalität zwischen dem Österreichischen und dem Schweizer Skiverband will Flatscher, der seit 1955 in Rothrist lebt, nichts wissen. Im Gegenteil, er würde die Goldmedaille beiden Nationen gönnen. «Wir sind Nachbarländer und gehören praktisch zusammen. Für die Schweiz sind in Sotschi einige gute Leute dabei, die den Sieg ebenso verdient hätten», sagt er und fügt ganz diplomatisch hinzu: «Der Bessere soll gewinnen.»

Politische Gründe

Mit den Olympischen Winterspielen überhaupt nichts am Hut hat Mike Schmid aus Vordemwald. Der 44-jährige Namensvetter des Skicross-Olympiasiegers von Vancouver 2010 interessiert sich wenig für das Sportgeschehen, ist aber öfters auf den berühmten Namen angesprochen worden.

«Aus sportlicher Sicht bin ich wohl das pure Gegenteil von ihm», sagt der Aargauer mit einem Lachen. Während er überhaupt keinen Sport treibe, sei der «bekanntere Mike Schmid» in dieser Hinsicht ein ziemliches Ass.

Seinen Entscheid, auf die Olympischen Spiele zu verzichten, hat er allerdings auch wegen politischen Gründen gefällt. «Ich habe Mühe damit, dass die Spiele in einem Land stattfinden, das sich gewissen Menschengruppen gegenüber negativ verhält», spricht Mike Schmid die Diskriminierung der Homosexualität in Russland an.

Die Olympischen Spiele ebenfalls nur am Rande mitverfolgen wird Martin Plüss aus Murgenthal. Der 58-Jährige trägt zwar denselben Namen wie jener Schweizer Eishockeyspieler vom SC Bern, der mit der Nationalmannschaft in Sotschi um die Medaillen kämpft. «Wir sind weder verwandt noch ist es je zu einer Verwechslung gekommen», sagt Plüss.