FC Aarau

Drei Gründe, warum der FC Aarau gegen Vaduz die grandiose Heimbilanz fortführen wird

Neumayr war für den FCA in Lausanne goldwert – spielt er auch im Heimspiel gegen Vaduz gross auf?

Neumayr war für den FCA in Lausanne goldwert – spielt er auch im Heimspiel gegen Vaduz gross auf?

Verrückt: Seit November 2017 gewann im Duell zwischen dem FC Aarau und dem FC Vaduz immer die Heimmannschaft. Und es gibt gute Gründe, warum diese kuriose Serie (am kommenden Sonntag 15 Uhr) im Brügglifeld weiter geht.

Mal eine 0:2-Niederlage in Vaduz, dann wieder ein 3:0-Heimerfolg im Brügglifeld, gefolgt von einer 2:5-Pleite im «Ländle» – das waren nur die letzten drei Direktbegegnungen gegen den FC Vaduz. Die Serie läuft bereits deutlich länger: Seit November 2017 gewinnt im Duell zwischen den beiden Teams immer die Heimmannschaft. Gegen keinen anderen Gegner hat der FCA seit dem Abstieg 2015 im Brügglifeld öfters gewonnen.

In der Saison 18/19 konnte der FCA beide Heimspiele gegen Vaduz gewinnen.

In der Saison 18/19 konnte der FCA beide Heimspiele gegen Vaduz gewinnen.

Und die Serie scheint manchmal wie verhext zu sein. Bestes Beispiel dafür liefert das letzte Auswärtsspiel gegen Vaduz: Nach einem totalen Fehlstart (bereits nach einer Viertelstunde mit 0:2 in Rücklage) kämpfte sich der FCA dank zwei Treffer von Patrick Rossini zurück. Dann wurde Kevin Spadanuda im Strafraum gefällt, doch der Pfiff blieb aus. Die Aarauer versuchten in der Folge auf den Führungstreffer zu drücken, vernachlässigten dabei aber die Defensiv-Arbeit und kassierten am Ende eine 2:5-Klatsche. Es hätte allerdings auch ganz anders ausgehen können, wenn der Schiedsrichter auf Penalty entschieden hätte. 

Der FCA ging zuletzt in Vaduz unter.

Der FCA ging zuletzt in Vaduz unter.

Es scheint fast so, als ob seit zwei Jahren ein Auswärts-gibt-es-keine-Punkte-Fluch über den beiden Teams liegen würde. Und es gibt auf Seiten des FCA gute Gründe, warum dieser Fluch auch bis zum nächsten Spiel weiterhin bestehen bleibt: 

1. Zverotic als Innenverteidiger 

Es war mit ziemlich grosser Sicherheit der beste Schachzug in jüngster Vergangenheit von Trainer Patrick Rahmen: Für das Spiel gegen Lausanne-Ouchy liess er Elsad Zverotic in der Innenverteidigung anstatt auf der Sechser-Postion im defensiven Mittelfeld auflaufen. Der Aarau-Captain stabilisierte die Defensive und gab Marco Thaler die dringend benötigte Entlastung. Es ist davon auszugehen, dass der Captain nach diesem Auftritt auch am Sonntag auf dieser Position spielen wird. 

Zverotic brachte als Innenverteidiger Ruhe und Stabilität in die Defensive.

Zverotic brachte als Innenverteidiger Ruhe und Stabilität in die Defensive.

2. Erfolgreicher Systemwechsel 

Der zweite gelungene Schachzug von Rahmen im Spiel gegen Lausanne-Ouchy war die Systemumstellung. Anstatt die bisher angewandte 4-2-3-1-Formation spielte der FCA mit einer klassischen 4-4-2-Aufstellung von der neben der gesamten Mannschaft (wegen der klaren Rollenverteilung) auch Matchwinner Markus Neumayr profitierte. 

Der 33-jährige Routinier spielte bereits zu seinen besten Zeiten beim FC Luzern in dieser Formation. Der klare definierte Aufgabenbereich im zentralen Mittelfeld ohne Absicherung auf der 6er-Position veranlasste Neumayr in Lausanne dazu, sich auch bei der Defensiv-Arbeit zu beteiligen.

Neumayr zeigte sich in Lausanne von der Sonnenseite.

Neumayr zeigte sich in Lausanne von der Sonnenseite.

Das Resultat war sehr anschaulich: Der Aarauer mit der Nummer 77 ackerte, gewann viele Zweikämpfe und zeigte sich lauffreudig. Nicht zuletzt, weil Serey Dié direkt neben Neumayr dirigierte. Der Ivorer ist generell der einzige Spieler auf dem Feld, der sich getraut, Neumayr bei mangelndem Einsatz die Leviten zu lesen.

Rahmen wird das 4-4-2-System auch gegen Vaduz mit ziemlich grosser Wahrscheinlichkeit spielen lassen. Was funktioniert, sollte beim Fussball nie geändert werden. Für diese Weisheit braucht man kein Experte zu sein. 

3. Das letzte Heimspiel vor der Abstimmung 

Am 24. November finden in Aarau zwei Abstimmungen statt. Es geht um die «Teiländerung Nutzungsplanung Torfeld Süd, Stadion 2017» und um den vom Volk schon mehrfach bewilligten 17-Millionen-Kredit für die Fussballarena. Der FC Aarau braucht zweimal ein «Ja» an der Urne, um die Super-League-Ambitionen aufrecht zu halten. Die letzte Möglichkeit, um für das neue Stadion auf sportliche Weise Werbung zu machen, hat die Mannschaft von Rahmen am kommenden Sonntag gegen Vaduz. Dementsprechend werden die Aarauer (hoffentlich) doppelt heiss sein, diese Partie für sich zu entscheiden. 

Die wegweisende Abstimmung am 24. November rückt immer näher.

Die wegweisende Abstimmung am 24. November rückt immer näher.

Ein Wochenende – drei Knüller  

Ist es also in Stein gemeisselt, dass die Aarauer folgerichtig am Sonntag auch das Heimspiel gewinnen werden? Natürlich nicht. Aarau hat sich in dieser Saison definitiv (noch) keinen gefürchteten Ruf erarbeitet. Trotz dem Zu-Null-Sieg vor einer Woche gegen Lausanne-Ouchy ist die FCA-Abwehr ist immer noch die löchrigste der Liga. Dazu kommt, dass Vaduz gerade einen Lauf hat. 

Seit dem Sieg gegen Aarau verloren die Lichtensteiner nur einmal knapp gegen Winterthur mit 0:1. Gegen Lausanne-Ouchy und den FC Wil verbuchten die Lichtensteiner jeweils drei Punkte und auch beim Auswärtsspiel gegen GC vermochten die Vaduzer mit einem 3:3-Unentschieden zu überraschen.

Der FC Vaduz feierte zuletzt einen 4:2-Heimerfolg gegen den FC Wil.

Der FC Vaduz feierte zuletzt einen 4:2-Heimerfolg gegen den FC Wil.

Mit einem Augenzwinkern gilt: Die Fans dürfen sich darauf freuen, dass es in Fussball-Europa neben den Hammer-Duellen zwischen Bayern München und Borussia Dortmund sowie Liverpool und Manchester City zu einem dritten Knüller kommt: Im Brügglifeld, FC Aarau gegen FC Vaduz.

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