Landhockey
Doppelter Titelgewinn: Wettingen sichert Titel auf souveräne Art und Weise

Sowohl die Frauen als auch die Männer von Rotweiss Wettingen gewannen beide Partien des Playoff-Finals. Damit verteidigten die Frauen den Titel erfolgreich und das Männerteam entthronte Servette und holte den Pokal zurück auf die Bernau.

Alexander Wagner
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Landhockey Wettingen CH-Meister
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Trainer Kudi Müller wird von der Mannschaft gefeiert.
Die Männer und Frauen von Rotweiss Wettingen feiern gemeinsam den den Meistertitel 2015.
Jubel bei Christian Angst (Mitte, Rotweiss). Enttäuschung bei Servette.
Raphael Steffen (rechts, Rotweiss).
Maximilian Schroeter (rechts, Rotweiss).
Jan Hödle (links, Rotweiss) gegen Juan Garretta (rechts, Servette).
Jubel bei den Frauen von Rotweiss Wettingen.
Jubel bei Rotweiss Wettigen Frauen.
Benjamin Messerli schiesst ein Tor nach einer kurzen Ecke.
Jessica Aebi (Mitte, Rotweiss).
Jessica Aebi (Mitte) erzielt einen Treffer.
Benjamin Messerli (Rotweiss) schreit nach einem Eckentor seine Freude heraus.

Landhockey Wettingen CH-Meister

Alexander Wagner

Nach dem 3:2-Auswärtssieg in Olten liess das Frauenteam von Rotweiss Wettingen im Rückspiel auf der Bernau nichts mehr anbrennen und fertigte den HC Olten gleich mit 4:0 ab. Und dies obwohl Schlüsselspielerinnen fehlten oder nach wenigen Minuten verletzungsbedingt ausfielen. Dies war der fünfte Meistertitel auf dem Feld für die Wettingerinnen. Seit 1999 konnten die Rotweiss nicht weniger als 15 Mal den Pokal in die Höhe stemmen. Diesmal war es Captain Stephanie Wälti, die in dieser Partie nicht viel dazu beitragen konnte. Nach drei Minuten fiel sie mit einer Zerrung aus. Trotzdem wurde die Nationalspielerin wieder Torschützenkönigin.

Kein Selbstläufer

Die Wettingerinnen hatten im Halbfinal gegen Servette Genf fast die härtere Prüfung zu bestehen. Zwar setzten sie sich auch in dieser Serie mit 2:0 und 4:1 deutlich durch. Trotzdem waren die Spiele eng. «Das waren wohl die besten Spiele in dieser Saison», ist Trainer Michael Kloter überzeugt. Insgesamt war die Saison etwas holprig. Während der Regular Season mussten die Rotweiss zwei Niederlagen einstecken und hatten zahlreiche enge Parten. «Das war eine der anstrengendsten Saisons. Wir hatte zahlreiche Absenzen und es war kein Selbstläufer», resümiert der Trainer nach seiner dritten Saison. Mindestens eine Spielzeit wird er die Schweizer Serienmeisterinnen noch betreuen.

Männer holen den Titel zurück

Letztes Jahr setzte sich Servette Genf im Final gegen Rotweiss Wettingen durch. Jetzt holten die Männer mit einem 3:2-Auswärtssieg in Genf und einem souveränen Heimsieg mit 6:2 die Trophäe zurück auf die Bernau. Seit 2000 war dies der 14. Meistertitel für den Rekordmeister aus dem Aargau. Im Final standen sich die beiden klar besten Teams des Landes gegenüber, die sich auch bereits im Europacup über die Pfingstfeiertage ein Duell auf hohen Niveau lieferte. Den Unterschied machte sicherlich das breitere und ausgeglichenere Kader der Wettinger. «Wir sind als Team kompletter mit unseren 18 Spielern», ist Cheftrainer Kudi Müller überzeugt. Aus dem starken Kollektiv ragten unter anderem Christian Angst und Benjamin Messerli hinaus. Angst erzielte mit seinem schier unstillbaren Torhunger auf seine unnachahmliche Weise den ersten Treffer.

Damit ebnete Angst, der beim HC Wettingen das ABC des Landhockeys lernte, den Rotweissen den Weg zum Meistertitel. Messerli versenkte zwei kurze Ecken mit seinem harten und präzisen Schlenzer und machte damit diese Standardsituation wieder zu einer starken Waffe der Wettinger. Ebenfalls zwei Schlüsselspieler waren der ehemalige Bundesligaspieler Manuel Keller als Denker und Lenker des Wettinger Spiels sowie Jan Hödle, der mit seinen unwiderstehlichen Rushes immer wieder für den nötigen Platz für seine Mitspieler sorgte.

Servette analysiert und auseinandergenommen

Auffallend, dass Servette sein Spiel nicht mehr wie am Europacup aufziehen konnte. «Wir haben sie entsprechend analysiert und unser Spiel angepasst», meinte Müller mit einem vielsagenden Lächeln. Geholfen haben ihm dabei die beiden Rotweiss-Legenden Peter Fischbach von der Bank aus und Beni Steinemann bei der Analyse. Das Dreigestirn wird jedoch jetzt nach dieser Saison seine Arbeit beendet, sie haben das Team von Figo Keller übernommen, der nach der Hallensaison seine Trainertätigkeit aufgrund einer beruflichen Veränderung abgeben musste.

Wer die nächste Saison den Schweizer Rekordmeister trainieren wird, ist noch nicht geklärt. Der neue Präsident Beat Brunner und sein Vorstandsteam werden sich bald damit befassen müssen. Doch vorerst genossen sie im Clubhaus die doppelte Meisterfeier von Rotweiss, welche bis tief in die Nacht dauerte.