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Doppelschlag entscheidet Strichkampf: Paiva mit Saisontreffer 12 und 13

Im Kampf um den Ligaerhalt hat der FC Wohlen nun plötzlich wieder gute Karten. Er gewann gegen Locarno 3:0. Der Portugiese Joao Paiva traf doppelt. «Eigentlich stelle ich meine eigene Leistung nicht gerne in den Vordergrund», so der 31-Jährige.

Ruedi Burkart
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Wohlens Doppeltorschütze Joao Paiva. Christian Boss

Wohlens Doppeltorschütze Joao Paiva. Christian Boss

Christian Boss

Die brisante Ausgangslage lähmte die beiden Mannschaften lange Zeit augenscheinlich. Ausser einer passablen Chance von FCW-Stürmer Joao Paiva nach fünf Minuten (auf Pass von Brahimi) zeigten Wohlen und Locarno den 1075 Zuschauern in der ersten Halbzeit wenig Erbauliches. Einen Aufreger gabs dann doch noch vor dem Seitenwechsel. Nach 42 Minuten wollte Paiva nach einem Rencontre im Locarno-Strafraum wild gestikulierend einen Penalty zugesprochen erhalten. Ref Pache entschied jedoch lediglich auf Eckball.

Zuerst scheitert Paiva

Zu Beginn der zweiten Halbzeit kamen die Wohler eine Spur besser ins Spiel. Erst musste Goalie Tahiraj bei einem tückischen Aufsetzer nach einem Schuss von Monighetti wachsam sein (49.), doch dann setzten Thaqi (51.) und Ramizi (54.) erste offensive Akzente. Und dann kam sie, die Grosschance von Paiva nach 58 Minuten, die die Partie vorzeitig in die entscheidende Richtung hätte lenken können. Hätte, doch Wohlens Stürmer brachte das Kunststück fertig, nach idealer Vorlage von Stadelmann und Ramizi das Leder aus fünf Metern neben den Kasten zu schiessen. Locarno-Goalie Pelloli schüttelte nur noch ungläubig den Kopf. Aber nun waren die Wohler definitiv im Spiel. Sie machten weiter Druck und kamen nach 66 Minuten zur nächsten Grosschance. Doch erneut scheiterte Paiva, diesmal schoss er rechts am Tor vorbei.

Die Wohler Viertelstunde

Die Wohler gaben aber immer noch nicht auf und läuteten ihre Schlussoffensive ein. Mit durchschlagendem Erfolg: Erst traf Mergim Brahimi in die tiefe rechte Torecke zum 1:0 (77.), 180 Sekunden später sorgte Paiva mit dem 2:0 für die Entscheidung. Und nach 88 Minuten setzte der Portugiese mit den 3:0 den Schlusspunkt. Der Sieg geht auch in dieser Höhe in Ordnung, Locarno war zu keiner Zeit zu einer Reaktion fähig.

Romanos seltene Nervosität

Nach dem Schlusspfiff fielen sich Trainerstaff und Akteure strahlend in die Arme. «Wunderbar, so ein Spiel», freute sich Assistenztrainer Umberto Romano. Und dann verriet er auch gleich noch ein Geheimnis: «Ehrlich, ich war schon lange nicht mehr vor einem Spiel so nervös wie heute.» Goalietrainer Boris Ivkovic konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Als einer der letzten trat Doppeltorschütze Joao Paiva den Weg in die Katakomben an. «Eigentlich stelle ich meine eigene Leistung nicht gerne in den Vordergrund», so der 31-jährige Portugiese. Doch angesichts seiner Meisterschaftstreffer Nummer 12 und 13 gestern Nachmittag huschte auch über sein Gesicht ein seliges Lächeln. «Wir haben heute alle einen guten Job gemacht. Dieser Sieg geht in Ordnung.» Natürlich ist Paiva genug Profi um zu betonen, dass im Abstiegskampf noch keine Entscheidung gefallen ist. In den restlichen fünf Partien könne noch alles passieren. «Wir müssen noch einige Zähler holen. Denn auch Locarno wird noch punkten.»

Paivas Zukunft offen

Paivas Vertrag mit dem FC Wohlen läuft nach dieser Saison übrigens aus. Was im Sommer sein wird, ist laut dem Stürmer noch völlig offen. «Ich habe in dieser Angelegenheit noch mit niemandem vom Verein gesprochen.» Zuerst müsse man jetzt in Wohlen die Mission Ligaerhalt schaffen. «Dann sehen wir weiter.»

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