Handball NLA
Doppelflieger, Torhüter- und Spielerwechsel: So hat Cheftrainer Misha Kaufmann seinen HSC zum Sieg gecoacht

Nach dem 27:24-Sieg zum Auftakt der Playoff-Viertelfinals am Dienstagabend sind der HSC Suhr Aarau und sein Cheftrainer Misha Kaufmann nur zwei Tage später bereits wieder gefordert: Heute Donnerstagabend (Anpfiff: 19.30 Uhr) treten die Aargauer zu Spiel 2 auswärts bei Wacker Thun an.

Dean Fuss
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HSC-Rückraumspieler Manuel Zehnder (l., im Zweikampf mit Simon Huwyler) kam beim Auftaktsieg gegen Wacker Thun sporadisch zum Einsatz.
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Tim Aufdenblatten, Co-Captain des HSC Suhr Aarau, zeichnete sich mit sechs Treffern als bester Torschütze seines Teams aus.
HSC-Spieler Nikola Isailovic im Abschluss gegen seinen Ex-Klub.
Impressionen vom ersten Playoff-Viertelfinalspiel des HSC Suhr Aarau gegen Wacker Thun (16. April 2019)
Grosser Jubel in den Reihen des HSC Suhr Aarau nach der Schlusssirene.
HSC-Topskorer Milan Skvaril (l.) steuerte drei Treffer zum Sieg seines Teams bei.
Die Schachenhalle explodiert: Nach der Schlusssirene wird der Sieg zum Auftakt der Playoff-Viertelfinalserie gegen Wacker Thun bejubelt.
Dario Ferrante, die Nummer 2 im Tor des HSC Suhr Aarau, kam nach der Pause und zeigte eine starke Partie, was sich in einer Abwehrquote von 43 Prozent niederschlug.
HSC-Flügel Timothy Reichmuth in Aktion.
HSC-Kreisläufer Martin Slaninka im Abschluss.
HSC-Co-Captain Tim Aufdenblatten (r.) im Abschluss gegen den ehemaligen Endinger Simon Huwyler.
HSC-Topskorer Milan Skvaril (r.) im Zweikampf mit Wackers Aargauer Nicolas Suter.

HSC-Rückraumspieler Manuel Zehnder (l., im Zweikampf mit Simon Huwyler) kam beim Auftaktsieg gegen Wacker Thun sporadisch zum Einsatz.

Alexander Wagner

30 Sekunden vor der Schlusssirene lieferte der HSC Suhr Aarau beim 27:24-Sieg zum Playoff-Auftakt gegen Wacker Thun das Meisterstück ab: den Doppelflieger. Den Spielzug hatte Cheftrainer Misha Kaufmann im Timeout unmittelbar davor besprochen, seine Spieler setzten den Plan in die Tat um und entschieden damit die Partie.

Mit diesem Schachzug überraschte der HSC den Gegner aus dem Berner Oberland komplett. Die Traumkombination zur Entscheidung war aber nur das letzte Beispiel dafür, wie Kaufmann sein Team am Dienstagabend zum Sieg coachte.

Ferrantes Paraden ebnen den Weg zum Sieg

Bereits in der Pause hatte der 34-Jährige gewichtig ins Spiel seiner Mannschaft eingegriffen, indem er den Torhüter wechselte. Denn für die zweite Halbzeit übernahm Dario Ferrante anstelle von Dragan Marjanac zwischen den Pfosten. Nicht dass der Serbe eine schlechte Partie gespielt hätte, aber es gelang ihm in den ersten 30 Minuten nicht, seinem Team entscheidende Vorteile zu verschaffen.

Für die zweite Halbzeit eingewechselt und ein wichtiger Faktor zum Sieg: HSC-Torhüter Dario Ferrante. Aarau, 16.04.2019. Sport, Handball, NLA Playoff Viertelfinal. 1. Spiel: HSC Suhr Aarau - Wacker Thun. Goalie Dario Ferrante (Suhr) jubelt. Copyright by: Alexander Wagner Aarau, 16. April 2019: Handball, Playoff Viertelfinal. 1. Spiel. HSC Suhr Aarau - Wacker Thun

Für die zweite Halbzeit eingewechselt und ein wichtiger Faktor zum Sieg: HSC-Torhüter Dario Ferrante. Aarau, 16.04.2019. Sport, Handball, NLA Playoff Viertelfinal. 1. Spiel: HSC Suhr Aarau - Wacker Thun. Goalie Dario Ferrante (Suhr) jubelt. Copyright by: Alexander Wagner Aarau, 16. April 2019: Handball, Playoff Viertelfinal. 1. Spiel. HSC Suhr Aarau - Wacker Thun

Alexander Wagner

Ganz anders Ferrante: Der 25-Jährige parierte gleich zwei der ersten drei Würfe auf sein Tor und liess sich zum Spielende eine hervorragende Abwehrquote von 43 Prozent notieren. Mit seinen insgesamt acht Paraden hatte der schweizerisch-italienische Doppelbürger massgeblichen Anteil am Sieg des HSC.

«Ich bin Misha natürlich dankbar, dass er mir meine Chance gegeben hat und sehr froh, dass ich das Vertrauen mit einer guten Leistung zurückzahlen konnte», sagt Ferrante am Tag nach der Partie.

Mit Spielerwechseln Akzente gesetzt

Für Akzente und Entscheidendes sorgte Kaufmann allerdings nicht erst ab der Pause, sondern von Spielbeginn an. So liess er Abwehrchef und Kreisläufer Martin Slaninka zunächst auf der Bank, ehe er ihn nach dem ersten Team-Timeout in der 11. Minute beim Stand von 3:6 auf die Platte schickte.

Kreisläufer Martin Slaninka setzte schon kurz nachdem er in der 11. Minute erstmals auf die Platte geschickt wurde erste Akzente.   

Kreisläufer Martin Slaninka setzte schon kurz nachdem er in der 11. Minute erstmals auf die Platte geschickt wurde erste Akzente.   

Alexander Wagner

Slaninka war mit einem Treffer und einem Zuspiel nach einem abgefangenen Wacker-Angriff massgeblich daran beteiligt, dass der HSC den Spielstand nur eine Minute später auf 6:6 ausgeglichen hatte. Die Liste an Wechseln liesse sich fast schon beliebig fortsetzen. So kamen bis auf Martin Prachar, Julius Voelkin und Dylan Brandt alle Spieler auf dem Matchblatt tatsächlich zum Einsatz auf der Platte.

Kaufmann gibt Lorbeeren weiter

Kaufmann gibt die Lorbeeren an sein Team weiter: «Das war eine starke Leistung der Mannschaft. Das eine ist die Ansage, das andere deren Ausführung. Darauf habe ich keinen Einfluss», sagt er und ergäntz: «Natürlich macht man sich als Trainer viele Gedanken und man hat auch viele Entscheidungen zu treffen. Aber genau dafür sind wir da. Am Ende kannst du als Trainer viel machen, wenn die Spieler nicht daran glauben, dann bringt es auch nichts.»

Tatsächlich ging am Dienstagabend auch nicht jeder Schachzug Kaufmanns auf: So haperte die Umsetzung auf der Platte beispielsweise um die 50. Minute beim Stand von 22:20, als Kaufmann den Torhüter im Angriff durch einen siebten Feldspieler ersetzte. Statt damit eine Entscheidung herbeizuführen, verpuffte die Wirkung der künstlich geschaffenen Überzahl in zwei Fehlwürfen. Zwei Minuten später war die Partie folgerichtig wieder ausgeglichen (22:22).

Weil sich seine Mannschaft am Ende aber bekanntlich durchsetzte, geht sie nun mit einer 1:0-Führung in der Serie in Spiel 2 von heute Abend (Anpfiff: 19.30 Uhr) in der Thuner Lachenhalle.