Dass Silvan Dillier seine erste Flandern-Rundfahrt gut vier Minuten nach Sieger Fabian Cancellara als 46. beendete, war für den 23-jährigen Aargauer am Ende nebensächlich. Viel wichtiger war, dass er seine Aufgabe erfüllt und seinen belgischen Teamleader Greg van Avermaet so gut unterstützt hatte, dass dieser in der Schlussphase des Rennens noch die Energie hatte, um anzugreifen und einen Platz auf dem Podest zu erobern.

Nach seinen guten Leistungen in den letzten Rennen hatte die Dillier eine vertrauensvolle Aufgabe erhalten: In einer ersten Phase sollte der BMC-Profi nicht von der Seite seines Leaders weichen, um diesem am Ende noch so lange wie möglich als Helfer zur Verfügung zu stehen. Dort wurde er dann auch gebraucht, als van Avermaet rund 50 Kilometer vor dem Ziel eine Reifenpanne hatte. Nachdem dieser von einem weiteren Teamkollegen ein neues Rad erhalten hatte, führte Dillier den Belgier zusammen mit Schweizer Meister Michael Schär zurück ins Feld – ein grosser Effort, mit dem sein Job fürs Team erledigt war.

«Ich bin sehr glücklich über meine Leistung», sagte Dillier. «Unserem Team ist mit Rang 2 ein gutes Resultat gelungen, und ich konnte meinen Teil dazu beitragen.» Seine Equipe trat in einem hektischen, von vielen Stürzen geprägten Rennen von Beginn weg angriffig auf und wurde dafür belohnt. «Es war unsere Taktik, den Attacken der Stars in den letzten Aufstiegen zuvorzukommen. Das hat funktioniert.» Die erste Flandern-Rundfahrt soll für Dillier nicht die letzte gewesen sein. «Ich habe gesehen, dass mir dieses Rennen liegt», sagte er. «Ich darf sicher auch in Zukunft ein Auge darauf werfen.»

Ersatzmann für Paris–Roubaix

Dillier bleibt nun mit dem Team noch eine Woche in Belgien und Nordfrankreich. Am Mittwoch steht mit dem Scheldepreis das nächste Eintagesrennen in Flandern auf dem Programm. Danach wird der Neoprofi mit seiner Equipe die Schlüsselstellen des nächsten grossen Klassikers rekognoszieren. Ob er dann am Sonntag bei Paris–Roubaix auch zum Einsatz kommt, ist noch offen: Dillier ist als Ersatzmann nominiert. Danach folgt eine Wettkampfpause, ehe er Ende April die Tour de Romandie in Angriff nehmen wird.