Handball
Dieser Riese macht die Schotten dicht

Der HSC Suhr Aarau trifft heute mit Neuzugang Josip Pazin im Cup-Viertelfinale auf Stäfa. Es ist schon imposant, Josip Pazin gegenüberzustehen. Genau zwei Meter misst der Kroate, der Suhr Aaraus Verteidigung neue Stabilität verleihen soll.

Jonas Burch
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Der Kroate Josip Pazin stellt das eigene Tor in den Schatten.JBU

Der Kroate Josip Pazin stellt das eigene Tor in den Schatten.JBU

Es ist schon imposant, Josip Pazin gegenüberzustehen. Genau zwei Meter misst der Kroate, der Suhr Aaraus Verteidigung neue Stabilität verleihen soll. Erst Anfang Januar kam der 26-Jährige vom HC Bosna Sarajevo zum NLA-Verein. Eingelebt hat er sich in Aarau auf Anhieb. «Die Stadt und die Umgebung sind sehr schön. Und alles ist auch viel besser organisiert als bei meinem alten Verein in Bosnien», übersetzt Teamkollege Armin Sarac die Aussagen seines Mitspielers.

Suhr Aarau war dem sympathischen Neuzugang bis zu den ersten Gesprächen im vergangenen Winter kein Begriff. «Ich habe mich im Internet über den Verein informiert», erzählt Pazin. Eingefädelt wurde der Transfer von Nationaltrainer und TV Suhr-Legende Goran Perkovac. «Perkovac hat mir gesagt, dass hier ambitioniert und professionell gearbeitet wird. Das hat mich überzeugt.»

Ein neuer Lebensabschnitt

Und hier ist er nun. Für den rechten Rückraumspieler beginnt damit ein komplett neuer Lebensabschnitt. Denn bisher hat er nie ausserhalb seiner Heimat Kroatien oder im benachbarten Bosnien gespielt. Die neuen Umstände sind für ihn aber kein Problem. Auch wenn er noch kein Deutsch spricht, hat er mit seinen Suhrer Teamkollegen keinerlei Verständigungsprobleme – zumindest auf dem Feld nicht: «Die Handballsprache versteht man einfach überall», lächelt er.

Pazin ist sowohl sportlich als auch menschlich ein Gewinn für die junge Suhrer Equipe. Mit dem Ex-Verein Bosna Sarajevo hat er im letzten Jahr sogar Champions-League-Erfahrung gesammelt. Diese Erfahrungen möchte er bei seinem jetzigen Arbeitgeber weitergeben. Nicht als Leitwolf, sondern als mannschaftdienliche Teamstütze. Bescheiden schiebt er nach: «Ich will mich ins Team einfügen und mich keinesfalls in den Vordergrund drängen.»

Erste Bewährungsprobe im Cup

Voll des Lobes über den Balkan-Import sind auch die Mitspieler: «Wenn Josip verteidigt, sieht man das Tor gar nicht mehr. Er kann unserer rechten Seite endlich mehr Stabilität verleihen», sagt Rückraumpartner Armin Sarac in Anlehnung an den bisherigen Schwachpunkt des Tabellenzehnten. «Ausserdem ist er als Mensch absolut liebenswert und ein klassischer Teamplayer», fügt Sarac weiter an. Auch Interims-Trainer Patrik Fend ist froh über seinen neusten Schützling. «Obwohl er noch nicht so lange bei uns ist, bin ich von seiner Qualität überzeugt. Er ist sehr wurfstark und mit seiner Grösse natürlich ein idealer Verteidiger.»

Die erste richtige Bewährungsprobe für den Neuling steht heute (20.00 Uhr) in der Aarauer Schachenhalle an. Dort trifft der HSC im Cup-Viertelfinale auf den Ligakonkurrenten und Tabellensiebten Lakers Stäfa. «Sicherlich keine unlösbare Aufgabe», findet Fend. Von Pazin erwartet der Coach «eine gute Leistung. Aber das Hauptaugenmerk wird nicht nur auf ihn gerichtet sein.» Pazin weiss selber am besten, was im Cup und in der Rückrunde Anfang Februar von ihm erwartet wird. «Ich werde mich in dieser Liga behaupten», sagt der Hüne entschlossen. Ein Grosser ist jedenfalls schon lange.