OK-Präsident Rolf Schmid hatte verkündet, dass er den Guggibad-Schwinget so lange organisiere, bis wieder mal ein Freiämter gewinne. Letztmals war dies 2005 dank Martin Rohrer der Fall. Joel Strebel erlöst nun Schmid schneller als erwartet. Obwohl sich die jungen Freiämter Schwinger weiter im Aufschwung befinden, lag die Favoritenrolle bei den fünf Aargauer Eidgenossen.

Aber der 21-jährige Freiämter Joel Strebel zerzauste schon im Anschwingen den 140-kg-Brocken Patrick Räbmatter, der nach zwei Saisonsiegen als Topfavorit galt. Strebel nützte einen zu langsam angesetzten Kreuzgriff für einen Kurzkonter, der zum überraschenden Resultat führte.

Freiämter Dynamik

Strebel hatte vor Jahresfrist den Schlussgang gegen Tobias Widmer verloren und geriet im Laufe der Saison 2017 in einen Negativstrudel. Daraus hat sich der Reusstaler herausgearbeitet. Die junge Garde des Schwingklubs Freiamt zeigte zum Saisonauftakt gleich in Serie Spitzenleistungen. Am Schaffhauser Frühjahresschwinget in Oberhallau siegte Strebel zusammen mit Vereinskollege Yanick Klausner.

Strebel gegen Thuerig

Strebel gegen Thuerig

Am Guggibad-Schwinget ob Buttwil nützte er den Startexploit zu einem Siegeszug, wobei ihm das Einteilungsgericht keine übermächtigen Gegner mehr zuteilte. So führte Joel Strebel die Zwischenrangliste nach fünf Gängen mit einem ganzen Punkt Vorsprung auf Routinier Mario Thürig an. Wohlwissend, dass vorsichtiges Taktieren gegen den fünffachen Eidgenossen gefährlich wäre, attackierte Strebel den Möriker im Schlussgang mit wuchtigen Kurzangriffen.

Thürig stellte sich zunehmend darauf ein, bekundete aber Mühe, seine gefürchteten Hakenangriffe, einzusetzen. Erst in der letzten der zehn Kampfminuten brachte er den zwölf Jahre jüngeren Freiämter an den Rand einer Niederlage. Doch dann war die Zeit und die Wartefrist auf einen einheimischen Tagessieg abgelaufen. «Ich wollte selber angreifen. Gegen Schluss war ich zu passiv», kommentierte Strebel den hochstehenden Schlussgang.

Solide Eidgenossen

Im Gegensatz zu den jungen Freiämtern, die sich dank Andreas Döbeli und Yanick Klausner sowie Lukas Schwenkfelder drei weitere Spitzenplätze sicherten, befinden sich die «bösesten» Aargauer noch nicht in Bestform. Thürig liess mit spektakulären Siegen erkennen, dass mit ihm in diesem Jahr zu rechnen ist. Gegen Christoph Bieri kam er aber nicht über ein Remis hinaus. Räbmatter sprach von einem «verschlafenen Auftakt», rehabilitierte sich aber mit einem Sieg über Nick Alpiger.

David Schmid und Christoph Bieri blieben unbesiegt, wirkten jedoch zu zaghaft. Wenn dann am Auffahrtstag in Basel die Serie der Nordwestschweizer Kranzfeste beginnt, werden diese Namen zusammen mit dem Solothurner Altmeister Bruno Gisler trotzdem zu den Anwärtern auf einen Kranzfestsieg gehören. Joel Strebel gehört die Zukunft. Mit zwei Regionalfestsiegen hat er höhere Ambitionen angemeldet – und der Guggibad-Schwinget braucht einen neuen OK-Präsidenten.