Triathlon
Diesem Bibersteiner ist ein Ironman nicht genug

Marco Bartel aus Biberstein hat nicht genug mit einem Ironman. Er bestreitet deshalb seit zwei Jahren den Double Ultra Triathlon: 7,6 km Schwimmen, 360 km Radfahren und 84,4 km Laufen.

Fabian Sangines
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Marco Bartel mag es, wenn es richtig an die Substanz geht.

Marco Bartel mag es, wenn es richtig an die Substanz geht.

Fabian Sangines

Viele sehen den Ironman als härtestes Rennen der Welt. Seit 1997 hat Marco Bartel aus Biberstein über 20 dieser Rennen bestritten und hat sogar mittlerweile einen Gratis-Startplatz in Zürich.

Weil Bartel die «ein oder zwei Monate Vorbereitungszeit» für das extreme Rennen zu wenig anspruchsvoll wurden, suchte der 41-Jährige das noch Extremere – und wurde im Double Ultra Triathlon fündig.

7,6 km Schwimmen, 360 km Radfahren und 84,4 km Laufen legte Bartel Mitte August in Murska Sobota (Slowenien), in einer Zeit von 27 Stunden, 47 Minuten und 52 Sekunden zurück – eigentlich der absolute Wahnsinn.

Wichtig ist die richtige Ernährung

Auf die natürliche Frage, wie der menschliche Körper dieser unglaublichen Belastung standhalten kann, meint der Kantonspolizist nur achselzuckend: «Wichtig ist, sich regelmässig zu ernähren.»

Neben den rund vierzig Litern Wasser und den Energieriegeln aller Farben und Formen kommen aber auch weniger orthodoxe Sportnahrungsmittel infrage.

«Beispielsweise habe ich auch eine Packung Pombären verdrückt», erzählt Bartel lachend und ergänzt: «An so einem Wettkampf isst man, worauf man Bock hat – das ist essenziell.»

So erfreute sich der Extremsportler während des Rennens an den frisch gebratenen Würsten der Anwohner.

«Die Menschen in diesem kleinen slowenischen Dorf waren unglaublich herzlich. Für die Leute war unser Rennen ein wahres Volksfest», erinnert sich Bartel und fügt grinsend hinzu: «In der Nacht hätte ich mit dem Velo beinahe einen Betrunkenen überfahren, der auf der Strecke lag. Zu zweit haben wir ihn dann weggetragen.» Trainingsplan nach Lust und Laune.

Auch in Sachen Vorbereitung nimmt es der Wahl-Aargauer nicht besonders streng. «Eigentlich trainiere ich das, worauf ich gerade Lust habe», sagt Bartel und lächelt: «Wenn ich abends ein Bier trinken will, trinke ich dieses Bier auch.»

Um seinen Körper dennoch an die Belastung heran zu trainieren, legt sich Bartel jeweils einen Zwei-Wochen-Plan fest. «In dieser Zeit will ich einfach 4 km schwimmen, 200 km aufs Velo und 40 km laufen – wann entscheide ich aber nach Lust und Laune.»

Auch deshalb sieht sich der Bewegungsmensch an den Rennen nie auf den ganz vorderen Plätzen. Der 23. Rang von 160 Teilnehmern (9. in der Alterskategorie ab 40) an einem Weltcup-Rennen kann sich aber durchaus sehen lassen.

Fast wie eine Erkältung

Neben der Erforschung eigener Grenzen fasziniert Bartel vor allem die familiäre Stimmung. «Man hilft und motiviert sich gegenseitig, auch während des Wettkampfs», erklärt Bartel.

Auch nach dem Rennen fallen die Athleten nicht müde ins Bett, sondern finden noch genug Energie, um das Geleistete gemeinsam zu feiern.

«Man merkt halt einfach, dass man die Nacht durchgemacht hat – das Gefühl ist vergleichbar mit einer Erkältung», sagt Bartel lachend.

Deshalb war es für den im Wohnwagen angereisten Aargauer auch kein Problem, sich gleich selber ans Steuer zu setzen und nach Hause zu fahren. «Aber in zwei Etappen, alles andere wäre ja verantwortungslos!»