Sind Sie auch hin und wieder auf den Aargauer Fussballplätzen unterwegs? Dann dürfte Ihnen das vermutlich emsigste Fan-Trio unseres Kantons schon begegnet sein. Das Ehepaar Britta und Willi Jordi-Muggli aus Seengen sowie ihr Kollege Beat Blaser aus Staufen sind seit vielen Jahren Woche für Woche zusammen auf den verschiedensten Sportanlagen unterwegs, die Kategorie und das Niveau spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

«Für uns ist jeder Match ein toller Ausgleich zum Alltag», betont Britta Jordi-Muggli, die laut den beiden Männern des Trios jeweils die zu besuchenden Partien bestimmt. «Sie ist quasi unsere Sekretärin», lacht Beat Blaser, der lange beim FC Seon als Juniorentrainer tätig war und gemäss eigener Aussage in den vergangenen 40 Jahren über 2000 Amateur-Spiele verfolgt hat.

Vom Profifussball schon lange abgewendet

In seiner Funktion als Juniorentrainer machte Blaser auch die erste Bekanntschaft mit dem Ehepaar Jordi-Muggli am Spielfeldrand und von da an bereiste man gemeinsam Woche für Woche die regionalen Fussballplätze. «Seit über einem Jahrzehnt sind wir nun als Trio unterwegs», sagt Blaser. «Über die Jahre entwickelte sich neben einer tollen Freundschaft auch eine ungeheure Leidenschaft für den Amateurfussball – ob Junioren-, Frauen- oder Seniorenspiele; wir sind überall dabei!»

Bekannte Zuschauer: Britta und Willi  Jordi-Muggli und Beat Blaser.

Bekannte Zuschauer: Britta und Willi Jordi-Muggli und Beat Blaser.

Mittlerweile trifft das Trio vor allem im Seetal überall auf bekannte Gesichter. «Und genau das macht es für uns aus. Würden wir nach Luzern, Bern oder Basel fahren, wären wir doch nur eine Nummer unter vielen», betont Britta Jordi-Muggli. Vom Profifussball hat sich das Trio schon seit längerem abgewendet und spricht das Gewalt- und Pyrotechnik-Problem im Rahmen von Super- und Challenge-League-Spielen an.

«Wir möchten bei einem Matchbesuch nicht um unser Leben fürchten», nennt Beat Blaser das Kind beim Namen. Zudem hätten die höheren Ligen gar keinen Platz in der dicht gedrängten Amateurfussball-Agenda der drei. «Manchmal besuchen wir von 10 Uhr morgens bis 10 Uhr abends 8 Spiele an einem Tag», erklärt Britta Jordi-Muggli voller Stolz. «Unsere favorisierten Sportplätze im Aargau sind jene, bei denen man sich zwischen zwei Spielfelder stellen und somit zwei Partien gleichzeitig verfolgen kann.»

Die Zuschauer, die immer reinrufen, sind die Schlimmsten

Auch Wind und Wetter kann das Trio meist nicht von einem Matchbesuch abhalten. «Irgendwo finden wir meist einen Unterstand», sagt Beat Blaser. «Es braucht in der Tat extrem sehr viel, dass wir drei auf einen Matchbesuch verzichten». Nur eitel Sonnenschein auf den Aargauer Fussballplätzen herrscht aber auch für die drei wohl grössten Amateurfussball-Fans im Kanton nicht. «Die Zuschauer am Spielfeldrand, die immer reinrufen, sind mit Abstand die Schlimmsten!», echauffiert sich Britta Jordi-Muggli. «Ganz ärgerlich ist das Verhalten mancher Eltern, die das Gefühl haben, ihr Sohn oder ihre Tochter sei bereits ein kleiner Superstar», sagt Beat Blaser.

Für Recht und Ordnung auf den Plätzen sorgt Britta Jordi-Muggli oft gleich selber: «Wenn einer meint, er müsse den Schiedsrichter ständig kritisieren, sage ich ihm deutsch und deutlich, wenn er ja sowieso alles besser wisse, solle er doch selber pfeifen!»