Leichtathletik
Diese 17-jährige Aargauerin hat an den Schweizer Meisterschaften ein Heimspiel

Die 17-jährige Michelle Gloor vom BTV Aarau hat an den Leichtathletik-Schweizer-Meisterschaften in Aarau ein Heimspiel. Die Sprinterin will eine Medaille.

Yannick Fischer
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Michelle Gloor auf dem Trainingsgelände in Aarau. In neun Tagen startet hier die Schweizer Meisterschaft.

Michelle Gloor auf dem Trainingsgelände in Aarau. In neun Tagen startet hier die Schweizer Meisterschaft.

Claudio Thoma

Es dauert noch etwas mehr als eine Woche, bis es für die Aargauer Leichtathletin Michelle Gloor ernst gilt. Am Wochenende vom 8. und 9. September finden in Aarau die U20- und U23- Schweizer-Meisterschaften statt. Die 17-jährige Sprinterin vom BTV Aarau, die über 100 Meter und 200 Meter an den Start gehen wird, geniesst dabei ein Heimspiel.

«Es ist speziell für mich, da meine Familie und Freunde alle zuschauen. Das gibt mir einen zusätzlichen Ansporn», sagt Gloor. Sie wird an der Schweizer Meisterschaft in einem ihr vertrauten Umfeld laufen, was sie in ihrem Willen bestärkt, Höchstleistungen zu erbringen: «Ich weiss, dass die Leute, die da sein werden, hinter mir stehen. Ich kenne die Betreuer, und die Bahn ist super. Das gibt einem Sicherheit.»

Ihre Chancen stehen gut. Gloor lief im Juli an der Aktiv-SM in Zofingen auf den siebten Platz über 100 Meter. Dabei gelang ihr eine Zeit von 11,85. Das ist die zweitschnellste Aargauer Zeit seit 2011 und nur sechs Hundertstel langsamer als der Aargauer Rekord. Für die kommende Junioren-SM setzt sich Gloor ein klares Ziel: «Ich will nochmals eine Zeit unter 12 Sekunden laufen. Wenn mir das gelingt, sollte auch eine Medaille drinliegen.»

«Wollte früh gefördert werden»

Gloor begann erst vor vier Jahren mit der Leichtathletik. Sie war ursprünglich Reiterin, kam über Umwege zu ihrem neuen Sport: «Ich wollte schon früh gefördert werden. Das war beim Reiten nicht wirklich möglich. Nebenbei bin ich immer gerne gerannt, beim «schnellsten Gontenschwiler» habe ich immer mitgemacht.

Michelle Gloor (mitte) über 60m im Einsatz   

Michelle Gloor (mitte) über 60m im Einsatz   

So bin ich dann irgendwann beim BTV Aarau gelandet», erzählt sie. Dort wurde ihrem Wunsch nach sportlicher Förderung nachgegangen. Mittlerweile ist der Sport ein grosser Teil ihres Lebens. Gloor besucht die Sportkanti in Aarau und trainiert bis zu fünf Mal in der Woche.

Das Training hat sich dieses Jahr mit dem 7. Rang über 100 Meter an der Aktiv-SM und dem Nachwuchsmeistertitel über 60 Meter bereits ausgezahlt. Dass sie aufgrund des grossen Zeitaufwands weniger Zeit für andere Dinge hat, stört sie nicht: «Mir war von Anfang an bewusst, dass ich auf gewisse Sachen verzichten muss. Probleme hatte ich nie damit. Ich habe meine Freunde im Training, ich sehe sie jeden Tag. Was will ich mehr?», sagt Gloor.

Matura als Plan B

Die Leichtathletik ist Gloors Leidenschaft. Dementsprechend gross sind ihre Wünsche für die Zukunft: «Am liebsten würde ich den Sport irgendwann professionell machen», sagt Gloor. Sie fügt aber an: «Doch das ist sehr schwierig, vor allem als Schweizerin. Man braucht auf jeden Fall einen Plan B.»

Dieser besteht für Gloor aus der Matura, welche ihr ermöglicht, zu studieren. Das will sie auch tun, nur den Zeitpunkt dafür hat sie noch nicht festgelegt. «Wenn es nach der Kanti gut läuft im Sport, setze ich vielleicht ein, zwei Jahre voll auf die Leichtathletik», sagt Gloor.

Fixe Ziele im Sport definiert sie nicht, sie spricht von Träumen: «Mein Traum ist es, an Olympia teilzunehmen, vielleicht sogar eine Medaille zu gewinnen. Aber ich lege mich da nicht fest. Zuerst kommt nun die Schweizer Meisterschaft in Aarau. Wie es weitergeht, weiss ich nicht. Ich muss hoffen, dass ich gesund bleibe», sagt Gloor.

In gut einer Woche könnte sie ihren dritten grossen Erfolg in diesem Jahr feiern. Sie ist zuversichtlich, dass ihr das gelingen kann: «Ich denke, wenn das Training gut läuft und nichts dazwischenkommt, dann stehen die Chancen gut.» Nervosität verspürt die 17-Jährige bisher noch nicht, die Vorfreude überwiegt, sagt sie: «Nein, nervös bin ich nicht. Aber ein gewisses Kribbeln ist schon da. Ich freue mich.»