Kommentar
Die zweite Wahl als richtige Wahl

Was Regionalsportchef Rainer Sommerhalder von der erneuten Wahl von Lucas Fischer zum Aargauer Sportler des Jahres hält.

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Lucas Fischer - hier zusammen mit Sportminister Alex Hürzeler - ist Aargauer Sportler des Jahres 2011 und 2013.

Lucas Fischer - hier zusammen mit Sportminister Alex Hürzeler - ist Aargauer Sportler des Jahres 2011 und 2013.

Alex Spichale

Lucas Fischer ist der erste Athlet, der die Aargauer Sportlerwahl zum zweiten Mal gewinnt. Bei seiner Premiere vor zwei Jahren bezeichnete ich die Wahl im Kommentar als «falsch». Der Grund: Fischer gewann damals nichts.

Beim zweiten Anlauf sieht das anders aus. Der 23-Jährige stieg als Silbermedaillengewinner der Europameisterschaft ins Rennen. Und das in der weltumspannenden, olympischen Kernsportart Kunstturnen. Diesmal stimmt der Mix. Ein erfolgreicher Sportler und ein bemerkenswerter Mensch erhält den verdienten Lohn für sein Wirken im Jahr 2013.

Selbstverständlich ist es aus zwei Gründen nicht. Nie in den letzten Jahren waren die erbrachten Leistungen der nominierten Aargauer Sportprominenz höher einzustufen. Fischers Nebenbuhler Vögele, Leimer, Dillier, Süss und FC Aarau standen mit ihren Darbietungen im letzten Jahr mehrmals im Fokus der Medien. Sie setzten auch international Ausrufezeichen.

Und die Vergangenheit hat bewiesen, dass das Wahlvolk bei solchen sportlichen Abstimmungen der Abwechslung nicht abgeneigt ist. Anstatt 2005 den logischen Roger Federer wieder auf den Thron zu hieven, wählte das Sportpublikum damals den 19-jährigen Töfffahrer Tom Lüthi. Auch im Aargau standen bis gestern stets neue Sportler ganz oben in der Wählergunst. Lucas Fischer darf stolz darauf sein, dass er diese Tradition durchbricht. Auch die zweite Wahl kann eine richtige Wahl sein.