Bob

Die zweitbeste Anschieberin der Schweiz musste zuschauen

Michelle Huwiler: Die Olympischen Spiele von Sotschi im Visier.

Michelle Huwiler: Die Olympischen Spiele von Sotschi im Visier.

Die Heim-WM fand ohne Michelle Huwiler statt. Die Badenerin lässt sich nicht beirren und blickt bereits in die Zukunft. Ihr grosses Ziel sind die Olympischen Spiele in Sotschi im kommenden Jahr.

Normalerweise ist eine Weltmeisterschaft im eigenen Land ein Highlight für alle Athletinnen und Athleten. «Natürlich war es schön, dass die WM in St. Moritz stattgefunden hat, aber dass ich nicht teilnehmen konnte, trübte die Freude», erzählt die Badenerin Michelle Huwiler. Verschiedene Umstände trugen dazu bei, dass Huwiler, die eigentlich die zweitbeste Anschieberin der Schweiz ist, in keinem der beiden einheimischen Bobs Unterschlupf fand. Doch für die 25-Jährige ist dieses Thema bereits abgehakt. «Diese Saison lief für mich bis anhin super, das vermag die verpasste WM nicht kaputtzumachen», gibt sie sich kämpferisch. Tatsächlich realisierte sie in dieser Saison mit dem fünften Rang im Weltcup in Königssee ihre beste Platzierung.

Zweite ganze Saison im Weltcup

Huwiler fährt seit der Saison 06/07 Bob. Klassischerweise kam sie über die Leichtathletik auf die Bobbahn. «Mein Trainer war damals Chef der Bobfahrer. Er nahm mich mit an einen Leistungstest, wo ich sehr gut abschloss und mich entschied, mein Glück im Bob zu suchen», blickt Huwiler auf ihre Anfänge zurück. Doch obwohl sie vor sechs Jahren mit dem Training als Anschieberin begonnen hat, ist die aktuelle erst die zweite volle Saison. Immer wieder warfen Verletzungen die 25-Jährige zurück.

Während der Saison, von Oktober bis März, ist Huwiler ständig mit dem Weltcup-Tross unterwegs. Zeit zu arbeiten in der Schweiz bleibt keine. «Eigentlich könnte ich mir dies gar nicht leisten, fünf Monate nicht zu arbeiten», ist Huwiler realistisch, «doch mit sparen und ein paar wenigen Sponsoren komme ich über die Runden.» Unterstützung vom Verband erhalte sie zwar bei Wettkämpfen, aber die Rechnungen, wie Miete oder Versicherungen müsse sie trotzdem bezahlen. Natürlich helfe auch die Unterstützung der Familie, um diese Schwierigkeiten zu meistern.

Zwei Wochen Sotschi

Im Sommer arbeitet Huwiler als Physiotherapeutin und trainiert täglich hart für ihr grosses Ziel: die Olympischen Spiele in Sotschi im kommenden Jahr. «In einer Woche reisen wir für zwei Trainingswochen nach Sotschi ab und absolvieren dort auch das letzte Weltcup-Rennen der Saison», berichtet Huwiler. Die mögliche Teilnahme an den Olympischen Spielen gab Huwiler die Kraft, nach dem verletzungsbedingt verpassten Jahr wieder zu trainieren. Doch ist sie sich jederzeit bewusst, dass ihr Traum innert Sekunden zerplatzen kann. «Wenn ich am Start der Bahn meinen Helm anziehe, bin ich mir im Klaren, dass Bob eine risikoreiche Sportart ist. Angst habe ich jedoch nie, das wäre der falsche Begleiter», weiss Huwiler. Angst kennt sie keine, Respekt schon. Vor allem vor neuen Bahnen, wie derjenigen in Sotschi, mit der sie sich möglichst schnell anfreunden will.

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