Challenge League
Die Yapi-Frage – wer ersetzt ihn im heutigen Spiel gegen den FC Wil?

Neben der Sperre für Jurendic interessiert beim FC Aarau die Frage: Wer ersetzt den Unersetzbaren?

Sebastian Wendel
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Wer ersetzt ihn heute?

Wer ersetzt ihn heute?

Fabio Baranzini

Vier Spiele hat Gilles Yapi für den FC Aarau absolviert. Auch wenn die Auftritte des Ivorers neben viel Licht auch Schatten beinhalteten: Dass er die Mannschaft bereichert, ja dass er ein unverzichtbares Element ist, steht ausser Diskussion. Kein anderer FCA-Profi hat so die Ruhe weg wie der 35-Jährige, der über Meistertitel, Cupsiege, Spiele in der Champions League, eine WM-Teilnahme bis hin zu einem Abstecher in die arabischen Wüste alles erlebt hat.

Dieser Yapi fehlt den Aarauern auswärts in Wil gesperrt. In einem Spiel, das vermutlich kein Augenschmaus, sondern vielmehr hektisch und bis aufs Äusserste umkämpft sein wird. Für die am Tabellenende klebenden Ostschweizer geht es darum, den Anschluss ans Mittelfeld nicht zu verlieren. Der FCA muss beweisen, dass der Heimsieg gegen Xamax kein einmaliger Ausreisser nach oben, sondern der Beginn des ersehnten Steigerungslaufs war.

Routine oder Jugend

Ein Yapi in seinen Reihen zu wissen, wäre bei der Bewältigung dieser Aufgabe Gold wert. Was nun? Wer ersetzt den eigentlich Unersetzbaren? Sicher ist: Der zuletzt gewonnenen Stabilität zuliebe ist ein Systemwechsel kein Thema. Der FC Aarau wird in Wil im 4-2-3-1 antreten, mit zwei zentralen defensiven Mittelfeldspielern.

Einer davon ist Michaël Perrier, der laufstarke Kämpfer, der gegen Xamax die ideale Ergänzung zu Yapi war. Vor der Partie in Wil hat Cheftrainer Jurendic den Spiess umgedreht und sich die Frage gestellt: Wer passt am besten zu Perrier? Michael Siegfried, Mats Hammerich oder Paulinho?

Variante «Sicherheit geht vor»: Michael Siegfried.

Variante «Sicherheit geht vor»: Michael Siegfried.

Severin Bigler

Letzterer dürfte kein Thema für die Yapi-Ersatzrolle sein – Paulinho ist ein zu offensiver Spielertyp und kein Ruhepol. Also Siegfried oder Hammerich. Oder anders gesagt: Routine oder Jugend. Siegfried, 29 Jahre alt, spielte mit Thun mehrere Jahre in der Super League und sammelte Europacup-Erfahrungen. Hammerich hingegen, 19 Jahre alt und ein Eigengewächs, spielte vergangene Saison bei Cham in der Promotion League und absolviert nun erstmals eine komplette Spielzeit als Profi.

Variante «Jugend forscht»: Mats Hammerich.

Variante «Jugend forscht»: Mats Hammerich.

Marc Schumacher/freshfocus

Trainer Jurendic: «Wer für Yapi spielt, ist keine Frage des Alters, der Erfahrung oder der Qualität der Kandidaten. Es geht darum, wer aus taktischer Sicht die bessere Lösung ist und wer gut zu Perrier passt.» Dennoch hat die Wahl irgendwo auch Symbolkraft: Die Variante «Sicherheit geht vor» wäre Siegfried – Hammerich stünde für «Jugend forscht».