Fussball
«Die WM 2011 wäre die Krönung»

Die Aargauer Torfrau Marisa Brunner bestreitet am Donnerstag im Brügglifeld gegen Dänemark ihr 65. Länderspiel. Halbheiten kennt die Torfrau nicht. Und nächstes Jahr möchte sie an die 28-Jährige mit den Schweizer Frauen an die Weltmeisterschaften.

Ruedi Kuhn
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Marisa Brunner, Torhüterin der Schweizer Frauen-Fussball-Nati, hat es im Griff
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 Der Schweizer Nationalgoalie in einem Länderspiel gegen Schweden
 Marisa Brunner (links) jubelt zusammen mit Nationaltrainerin Béatrice von Siebenthal
 Marisa Brunner beim Penalty im Banne des Balles

Marisa Brunner, Torhüterin der Schweizer Frauen-Fussball-Nati, hat es im Griff

Was haben Sportreporter und Apotheker gemeinsam? Richtig. Hin und wieder haben sie Nachtdienst. Der Oberentfelder Andreas Brunner ist Apotheker. Eigentlich hätte der Vater der Schweizer Nationalspielerin Marisa Brunner und Fan des FC Aarau heute Abend arbeiten müssen. Weil Brunner das 65. Länderspiel seiner Tochter nicht verpassen will, hat er sich frei genommen. «Das ist Ehrensache», sagt er.

Brunner ist stolz auf Marisa. Seine Vorfreude auf das WM-Barragespiel gegen Dänemark im Brügglifeld (Anpfiff: 18.30 Uhr) ist entsprechend gross: «Was den Schweizer Frauenfussball betrifft ist Marisa so etwas wie die Frau der ersten Stunde. Für sie wäre die Qualifikation für die WM 2011 in Deutschland die Krönung ihrer Karriere. Ihr würde dieser Triumph unglaublich viel bedeuten.»
Für Marisa Brunner wäre die sportliche Grossveranstaltung im nächsten Jahr ein Heimspiel.

Sie spielt in Deutschland

Die 28-jährige Oberentfelderin spielt seit 2006 für den SC Freiburg. Nach vierjähriger Zugehörigkeit zur höchsten Spielklasse ist die Mannschaft Ende letzter Saison in die zweite Bundesliga abgestiegen. «Alles halb so schlimm», sagt die stets positiv denkende Torhüterin, «dann steigen wir im nächsten Jahr halt wieder auf.»

Nach einem Gespräch mit Marisa Brunner wird eines klar: Halbheiten kennt sie nicht. Die Frau hat einen riesengrossen Ehrgeiz. Nach der Matura studierte sie Germanistik und setzte dann voll und ganz auf die Karte Fussball. Ihr Debüt im Dress der Schweizer Nationalmannschaft gab sie 2002 gegen die Slowakei. Heute zählt sie zu den Teamstützen. Sie geht nach dem 3:1-Sieg in der ersten Partie voller Zuversicht ins Rückspiel: «Wir waren den Däninnen spielerisch überlegen und haben unsere Chancen genutzt. Das macht uns stolz. Noch haben wir aber nichts erreicht. Das Spiel im Brügglifeld», so Brunner weiter, «wird kein Selbstläufer. Die Däninnen werden uns alles abverlangen. Wichtig ist, dass wir sie schikanieren und die Räume nützen. Kommen wir mal ins Rollen, kann man uns nur schwer stoppen.»

Sollte Marisa Brunner den grossen Coup WM 2011 schaffen, wird sie ihre aktive Karriere womöglich beenden: «Vom Rücktritt möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt zwar nicht sprechen. Aber», sagt sie, «ans Aufhören habe ich auch schon gedacht. Mein Körper musste in den vergangenen Jahren sehr viel aushalten. Der Aufwand ist gross. Das Ganze kostet viel Substanz.»