Curling
Die Weltmeisterinnen haben keine Zeit, durchzuatmen

Die frisch gebackene Weltmeisterin Alina Pätz (Skip Baden Regio) blickt auf die Zeit nach dem WM-Titel zurück und erzählt, was sich seither verändert hat.

Fabio Baranzini
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Überglücklich kehrten die Curlerinnen nach ihrem Triumph in die Schweiz zurück.

Überglücklich kehrten die Curlerinnen nach ihrem Triumph in die Schweiz zurück.

KEYSTONE

Es war ein sensationeller Coup, der dem jungen Schweizer Curlingteam an der WM in Sapporo geglückt war. Mit nur einer einzigen Niederlage hat sich das Team um Skip Alina Pätz den Weltmeistertitel gesichert – und das notabene als WM-Debütantinnen. Cool und abgebrüht haben die Schweizerinnen gestandene Weltklasse-Curlerinnen vom Eis gefegt und durften sich als verdienten Lohn eine goldene Medaille um den Hals hängen lassen.

So überraschend der Triumph kam, so gross war die Freude über den Erfolg. Auch bei den Fans zu Hause. «Die Gratulationen kamen von allen Seiten. Wir waren wirklich erstaunt, wie viele Leute in der Schweiz mitgefiebert haben», blickt Alina Pätz zurück.

Die grosse Unterstützung in der Heimat zeigte sich auch bei der Ankunft am Flughafen in Zürich. «Dieser Empfang war für uns eine tolle Überraschung. Freunde, Familie, Curlinginteressierte und Klubkollegen aus Baden waren allesamt vor Ort. Das hat uns sehr gefreut und wird uns in Erinnerung bleiben.»

Auf der Strasse erkannt

Doch mit dem Erfolg und den vielen Gratulationen kamen auch die Verpflichtungen. Medientermine, Anfragen und Einladungen prasselten auf die frisch gebackenen Weltmeisterinnen ein. «Die Zeit war sehr intensiv. Ich habe noch immer nicht wirklich realisiert, was wir da eigentlich geschafft haben», so Pätz. Verständlich, denn die 25-jährige Urdorferin verbrachte seit der Rückkehr aus Japan gerade mal einen einzigen Tag zu Hause und fand kaum Zeit, um abzuschalten.

Umso mehr, als dass vergangene Woche bereits wieder ein Wettkampf auf dem Programm stand – ausgerechnet in Kanada, dem Mutterland des Curlingsports. Und wie fühlte sich der erste Einsatz als Weltmeisterin an? «Es war ein schönes Gefühl, aber es waren sehr viele Ex-Weltmeisterinnen dabei. Wir waren also nicht die einzigen», meint Pätz lachend.

Trotzdem war der Einsatz in Nordamerika ein ganz spezielles Erlebnis für das junge Team, denn erstmals wurde ihnen das Ausmass ihres WM-Erfolgs richtig vor Augen geführt. «Viele Leute haben uns auf der Strasse erkannt und uns ihren Respekt ausgesprochen. Sie haben uns gratuliert und wollten ein Foto mit uns machen. Das war eine ganz neue Erfahrung für uns», erzählt Pätz.

Zufrieden mit Rang 5

Etwas anders sah das Ganze dann auf dem Eis aus. Die namhaften Konkurrentinnen von Alina Pätz und ihren Teamkolleginnen erstarrten keineswegs vor Ehrfurcht, sondern wollten die neuen Weltmeisterinnen das Fürchten lehren. Aber das Team Baden Regio zeigte sich trotz dem Nach-WM-Stress in guter Verfassung und musste sich in der Vorrunde einzig den Kanadierinnen um Heather Nedohin geschlagen geben.

Nach einer Niederlage im Viertelfinal resultierte am Ende der fünfte Schlussrang. «Es ist nicht einfach, nach einem so grossen Erfolg wie an der WM den Fokus nochmals zu finden. Wir haben es jedoch geschafft, während des gesamten Turniers solide zu spielen und haben erneut gezeigt, dass wir gegen die besten Teams der Welt bestehen können. Das ist nicht selbstverständlich», bilanziert Alina Pätz.

Zeit zum Durchatmen hat die 25-Jährige jedoch auch nach der Rückkehr aus Übersee keine. Bereits heute beginnt mit dem European Masters in St.Gallen der letzte Wettkampf der Saison und auch dort wollen sich Pätz und Co. von ihrer besten Seite präsentieren. «Das Turnier in St. Gallen ist auf und neben dem Eis ein Highlight. Und dass Familie und Freunde dabei sein können, macht es für uns natürlich umso schöner.» Fehlt also nur noch ein weiteres Topresultat, um der Weltmeister-Saison das Sahnehäubchen aufzusetzen.

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