Fussball
Die Urin-Affäre macht Muri-Goalie Reto Felder europaweit bekannt

Der Pinkel-Skandal beim FC Muri hat weite Kreise gezogen: Von Deutschland, über Grossbritannien, Frankreich bis in die Türkei macht die Geschichte um Reto Felder Schlagzeilen. Der Torhüter hat mittlerweile Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht.

Daniel Weissenbrunner
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Will wieder ab jetzt wieder sportlich von sich reden machen: Torhüter Reto Felder.

Will wieder ab jetzt wieder sportlich von sich reden machen: Torhüter Reto Felder.

Otto Lüscher

Ein Badener Fan sprang mehr oder weniger unbemerkt hinter das Tor von Reto Felder, dem Torhüter des FC Muri.

Er schnappte sich Felders Trinkflasche, schüttete diese aus und urinierte hinein. Felder bemerkte es erst, als er einen Schluck zu sich nahm. Muri-Trainer Beat Hubeli rang hinterher nach Worten. «Dieses Verhalten ist eine neue Form der Geschmacklosigkeit.»

Der Fall schlug hohe Wellen in Fussball-Europa. Die grössten Medien in Deutschland, England und Frankreich berichten über den Vorfall, der sich am letzten Samstag beim Spiel zwischen Baden und Muri ereignet hat. Selbst in der Türkei macht das Aargauer Fussballderby Schlagzeilen.

«Urin-Skandal im Schweizerischen Fussball: Fans pinkeln in Trinkflasche von gegnerischem Torwart», titelt Spiegel online.

«Goalkeeper may sue fans who urinated in his water bottle during match», druckt der Guardian.

«FC Baden-Fan pinkelt gegenerischem Keeper in die Trinkflasche», prangt als Schlagzeile in der Hamburger Morgenpost.

Das türkische Blatt Aktifhaber aus Ankara nimmt sich der Story ebenso an, wie Gazetten in Frankreich.

Der Spiegel
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The Guardian in England
Das türkische Blatt Aktifhaber aus Ankara

Der Spiegel

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Reto Felder: Anrufe aus ganz Europa

Das enorme Medienecho erstaunt auch Reto Felder. «Ich bin sprachlos, was dieser Vorfall ausgelöst hat.» Mittlerweile ist es ihm zuviel geworden. Er nimmt die Anrufe mit ausländischen Nummern nicht mehr ab. «Ich weiss nicht, was ich noch sagen soll.»

Dafür wurde der 34-Jährige anderweitig aktiv. Felder hat am Dienstag definitv Anzeige gegen Unbekannt eingereicht. «Es ist mir wichtig, dass wenn immer möglich, die Person ermittelt wird.»

Am Samstag kehrt für ihn der fussballerischen Alltag zurück. Muri empfängt Winterthur U21. Soviel ist sicher: Eine ähnliche Medienpräsenz, wie sie Reto Felder in den vergangenen Tagen erlebt hat, wird er sobald nicht mehr erhalten. «Gott sei Dank», sagt er erleichtert.