Faustball
Die unverhoffte Premiere von Luca Flückiger: «Ich lebe für meinen Sport»

Faustballer Luca Flückiger aus Vordemwald kam gegen Deutschland zu einem Kurzeinsatz im Schweizer Nationalteam.

Fabio Baranzini
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Luca Flückiger aus Vordemwald kam gegen Weltmeister Deutschland zu seinem ersten Kurzeinsatz in der Schweizer Nationalmannschaft.

Luca Flückiger aus Vordemwald kam gegen Weltmeister Deutschland zu seinem ersten Kurzeinsatz in der Schweizer Nationalmannschaft.

foto-net / Alexander Wagner

Es steht 2:8 im vierten Satz. Die Schweizer liegen im Testländerspiel gegen Deutschland mit 1:2 Sätzen im Hintertreffen, als Luca Flückiger eingewechselt wird. Es ist ein spezieller Moment für den 25-Jährigen aus Vordemwald. Über zwei Jahre ist es her, seit er zum letzten und bislang einzigen Mal das Dress der Schweizer Faustball Nationalmannschaft getragen hatte.

Luca Flückiger im Kurz-Interview vor dem Spiel gegen Deutschland:

Dass er jetzt wieder dabei ist – ausgerechnet im Spiel gegen Weltmeister Deutschland, das im Rahmen des Aargauer Kantonalturnfests erst noch in seinem Heimkanton stattfindet – hätte er noch vor wenigen Tagen nicht für möglich gehalten.

Zwei Grossanlässe verpasst

Rückblende: Anfang Juni – Luca Flückiger ist im Büro bei der Arbeit – klingelt sein Telefon. Auf dem Display taucht der Name von Nationaltrainer Oliver Lang auf. «Als ich Olis Namen sah, dachte ich zuerst, er habe sich verwählt», erinnert sich Luca Flückiger lachend. «Als er mir dann mitgeteilt hat, dass ich im definitiven Kader der Schweizer Nationalmannschaft für die World Games in Polen bin, obwohl ich zuvor nicht mal zum erweiterten Kader gehört habe, war ich schon sehr überrascht. Aber die Freude war riesig.»

Vor der EM 2014 und der WM 2015 gehörte Luca Flückiger zum erweiterten Kader der Nationalmannschaft.

Vor der EM 2014 und der WM 2015 gehörte Luca Flückiger zum erweiterten Kader der Nationalmannschaft.

foto-net / Alexander Wagner

Vor der EM 2014 und der WM 2015 gehörte Luca Flückiger, der seit seinem sechsten Altersjahr für den STV Vordemwald Faustball spielt und bereits für die U18- und die U21-Auswahl aufgelaufen war, zum erweiterten Kader der Nationalmannschaft. Den Sprung ins Team hat er aber beide Male verpasst und erlebte die beiden Grossanlässe nur als Pikettspieler. «Ich bin damals am Selektionsdruck gescheitert. Als es drauf an kam, konnte ich meine Leistung nicht abrufen», so Flückiger.

Umso grösser ist nun die Freude, dass es diesmal völlig unerwartet geklappt hat. «Ich bin ein Vollblut-Faustballer und lebe für meinen Sport. Ich habe immer davon geträumt, die Schweiz bei einem Grossanlass vertreten zu dürfen», so Flückiger. Diesen Traum hat er sich nun erfüllen können. Obwohl er mit dem STV Vordemwald in der laufenden NLA-Meisterschaft auf dem letzten Rang steht, konnte er Nationaltrainer Oliver Lang mit seinen Leistungen überzeugen. «Er hat besser gespielt als einige Abwehrspieler, die wir für das erweiterte Kader selektioniert hatten. Für mich war daher klar, dass wir Luca diesmal mitnehmen», sagt der Nationaltrainer.

Kein Stammplatz

Im Team der Schweizer Nationalmannschaft wird Luca Flückiger allerdings keinen Stammplatz einnehmen. Dennoch wird er an den World Games zum Einsatz kommen, denn mit sechs Spielen innerhalb von drei Tagen ist der Grossanlass äusserst intensiv. Die Schweizer werden daher in den Vorrundenspielen rotieren. «Ich werde mich voll und ganz in den Dienst des Teams stellen und bin bereit, wenn es mich braucht. Die World Games sind für mich ganz klar das Highlight meiner bisherigen Karriere», so Flückiger.

Luca Flückiger, Faustballer aus Vordemwald

«Ich bin ein Vollblut-Faustballer und lebe für meinen Sport. Ich habe immer davon geträumt, die Schweiz bei einem Grossanlass vertreten zu dürfen»

Dass er im Spiel gegen Deutschland, das die Schweizer mit 1:4 verloren hat, lediglich während drei Ballwechseln auf dem Spielfeld stand, verkam für ihn zur Nebensache. Die Freude und der Stolz, im Kreis der Nationalmannschaft angekommen zu sein, überwog. «Ich wusste, dass ich nicht von Anfang an spielen werde. Das spielt für mich aber keine Rolle. Vor so vielen Zuschauern aufzulaufen und Teil des Teams zu sein, war grossartig. Von den Trainings und den Spielen auf diesem Niveau kann ich nur profitieren», sagt Luca Flückiger.

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