Argovia Stars

Die Überraschung ist perfekt: Argovia Stars bodigen zum Playoff-Auftakt das Team der Stunde

Als Underdog bezwingen die Argovia Stars im ersten Spiel der Best-of-five-Serie den favorisierten EHC Wetzikon. Dabei gelang es dem Team von Roger Gerber, einen knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen und das Spiel mit 3:2 für sich zu entscheiden. Der erkämpfte Sieg forderte allerdings auch seinen Tribut.

Das überraschende Break ist Tatsache: Die Argovia Stars bodigen in ihrem ersten Spiel der 1.Liga-Playoffs auswärts den EHC Wetzikon mit 3:2. Die Zürcher gewannen zuletzt alle fünf Partien in der Masterround und gingen daher als klarer Favorit in die Serie. Stars-Trainer Roger Gerber hat dennoch gemischte Gefühle nach der Partie. Was war passiert? 

Seine Mannschaft startete diszipliniert in die Partie und wartete die richtigen Momente ab, um Nadelstiche zu setzen. «Meine Jungs setzten in den ersten Minuten unser System fast perfekt um», erklärt Gerber. «Wir kannten das Spiel der Wetziker bereits und wussten, wie wir dagegenhalten können.»

EHC Wetzikon – Argovia Stars (12.02)

Die Highlights: EHC Wetzikon – Argovia Stars (12.02)

Schock um Captain Wälti 

Nach gutem Start folgte allerdings der Schock: Thomas Wälti – Captain und wichtiger Routinier bei den Stars – musste in der 8. Minute nach einem unglücklichen Zweikampf an der Bande verletzt vom Eis. Diagnose: Schlüsselbeinbruch. Ein herber Rückschlag für das Team. 

Doch die Stars kämpften sich zurück in die Partie. «Möglich, dass uns dieser Ausfall noch enger zusammenrücken liess», erklärt Gerber im Nachhinein. Sein Team wurde nämlich nach dem Zwischenfall aufsässiger und provozierte mit aggressivem Forechecking noch mehr Fehler beim Gegner. Und der Effort wurde prompt belohnt: Michel Simmen und Marco Heiniger profitierten innerhalb einer Minute vom schläfrigen Abwehrverhalten der Wetziker. 

Doch der Gastgeber wusste auf den Rückschlag zu reagieren und kam nur wenige Sekunden nach dem zweiten Gegentreffer zum Anschlusstor. «Nach unserem zweiten Treffer verloren wir etwas den Faden, unser Spiel wurde lotterig», so Gerber. 

Mentaler Vorteil 

Wetzikon behielt den Druck auch im mittleren Abschnitt hoch. Folglich mussten die Gerber-Jungs kurz vor Spielhälfte den Ausgleich hinnehmen, retteten den Spielstand allerdings in die Pause. 

Nach der zweiten Sirene sei dem Coach zum ersten Mal bewusst geworden, dass sein Team diese Partie gewinnen könne. «Ich wusste, dass wir einen mentalen Vorteil haben. Wir besprachen ein paar Keypoints, die wir genau so umsetzen wollten, um uns den Siegestreffer zu erarbeiten.»

Ob Zaubertrank oder einfach taktische Meisterleistung, die Vorgaben von Roger Gerber gingen auf. Wohl auch, weil Carlos Zuberbühler nur zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff zum 3:2 einnetzte und damit den Druck auf das Heimteam noch stärker erhöhte.

Der EHC Wetzikon hatte auf den erneuten Rückstand keine Antwort mehr bereit. Nicht zuletzt, weil auch Torhüter Fabio Meier ausgezeichnete Arbeit verrichtete. 

Prominente Unterstützung beim Heimspiel

Gerber ist zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. «Mit unseren kreativen und schnellen Stürmern sind wir im Umschaltspiel enorm gefährlich, das hat man im ersten Spiel gesehen. Wenn wir auch weiterhin geduldig spielen, dann haben wir eine Chance gegen dieses Team», analysiert Gerber nach dem Spiel. 

Der Trainer muss aber auch gestehen, dass ihn der Ausfall von Wälti sehr schmerzt. «Wir haben ein junges Team, das nun euphorisiert ist. Ein Spieler wie Thomas bringt mit seiner Routine viel Ruhe ins Spiel, sein Ausfall ist daher besonders bitter.»

Im Hinblick auf das kommende Heimspiel in der Keba gibt sich Gerber dennoch zuversichtlich: «Die jungen Spieler wirkten extrem abgeklärt und zeigten eine reife Leistung auf dem Eis. Darauf lässt sich aufbauen.»

Zudem erhofft sich der Coach, dass sein Team von einer aussergewöhnlichen Kulisse in der Keba getragen wird. Nicht zuletzt, weil die Hockeyaner auf prominente Unterstützung vom Brügglifeld zählen dürfen: Die Spieler des FC Aarau werden zu Gast in der Eishalle sein. 

Dass die Argovia Stars beim kommenden Spiel den nächsten Schritt in Richtung Sensation schaffen, daran möchte Gerber aber noch nicht denken: «Ich habe schon einige Playoff-Schlachten erlebt und weiss, wie schnell das Momentum drehen kann.»

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