Seit letzter Saison ist Almeida einer meiner Lieblingsspieler. Er stand beim FC Aarau unter Vertrag und klopfte trotz Unerfahrenheit an die Himmelstüre des Fussballs. Ich war beeindruckt von den Qualitäten und lobte ihn über alle Massen. Und als er in den Testspielen gegen Thun und den FC Basel drei Tore erzielte, buhlte sogar Servette-Trainer Alain Geiger um die Gunst von Almeida.

Almeida gab den Genfern allerdings einen Korb und hielt dem FC Aarau die Treue. Statt durchzustarten, musste er um einen Stammplatz kämpfen. Kam der Flügelstürmer zum Einsatz, fiel er auf. Teilweise mit Brillanz, teilweise mit Übereifer! Dann schoss Almeida im Kellerduell der 13. Meisterschaftsrunde gegen Chiasso in der Nachspielzeit den wichtigen Siegestreffer zum 3:2. Alles gut? Nein! Almeida kam auch nach dem Erfolgserlebnis nicht über eine Statistenrolle hinaus und versauerte schliesslich auf der Ersatzbank.

Für den sensiblen Almeida war das Auf und Ab zu viel. Er war im Stolz verletzt, fiel physisch und psychisch in ein Loch und resignierte. Nach einer Aussprache mit Trainer Patrick Rahmen verliess er das Brügglifeld völlig aufgelöst, weinte bittere Tränen und suchte Trost bei seiner Familie in Lyon. Die Geschichte mit Almeida ist eine traurige. Sie zeigt, dass Talent allein nicht reicht, um auf dem Weg nach oben bestehen zu können. Almeida ist am Druck gescheitert.

Was nun? Nun spielt Mickael Almeida in Chiasso. Weil der FC Aarau am Donnerstag das Auswärtsspiel gegen die Tessiner bestreiten muss, freute ich mich auf ein Wiedersehen. Dazu wird es leider nicht kommen. Almeida hat eine Knöchelverletzung und fällt bis Ende August aus. Sein Leidensweg geht weiter. Immer weiter? Ich sage: Gib nicht auf, stolzer Portugiese. Deine Zeit wird kommen.