Volleyball
Die «Spinner von Baden»

Die Erstligistinnen von Kanti Baden siegen gegen Andwil-Arnegg.

Tirza Gautschi
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Der Beginn der Partie prophezeite harzige Minuten für Spielerinnen und Zuschauer. Kanti Baden lieferte sich mit dem Gast aus St. Gallen zwei halbherzige und langwierige Sätze, die für beide Teams jeweils einen Sieg hergaben. «Das war nicht wirklich brillant, wir haben uns einfach viele Eigenfehler geleistet», kommentierte Badens Trainer Harald Gloor die erste Spielphase.

Den Tiefpunkt erreichten die Gastgeberinnen im vierten Satz. Nach einem furiosem Auftakt hoffte das Publikum auf einen glücklichen Ausgang des Nervenkrieges, doch die Spielerinnen von Andwil-Arnegg wehrten sich mit allen Kräften dagegen.

Dal Fuoco musste vom Feld

Dann passierte es: Denise Dal Fuoco von Kanti Baden knickte mit dem Fuss ein und musste das Feld nach einem kurzen Unterbruch verlassen. Die Mischung aus Leistungsdruck, Verletzungspech und Potenzial rüttelte die Gastgeberinnen endgültig wach.

Im fünften Satz schlugen sie ihre Gegnerinnen mit 15:5 und beendeten so die Zitterpartie. «Das war für die verletzte Spielerin», erklärte Gloor den plötzlichen Leistungsschub seiner Schützlinge. Damit hat sich auch eine der grössten Stärken der Aargauerinnen gezeigt. «Wir leisten gute Blockarbeit und spielen im Angriff offensiv – aber unser Teamzusammenhalt ist etwas ganz Spezielles.»

Der Fluch der Playoffs

Trotz diesen Voraussetzungen hat es für die Kanti Baden bei vier Playoff-Teilnahmen nie zum Aufstieg gereicht. Doch die Badenerinnen halten an ihren drei festgelegten Zielen fest: der Klassierung im Mittelfeld, den Playoffs und dem Aufstieg in die NLB. «Focus on Gold», meint Gloor mit einem Lachen dazu und deutet auf sein Mannschafts-T-Shirt, wo diese Worte gedruckt stehen. «Der Aufstieg ist unser Spinnertraum, aber vielleicht sind wir ja einfach die Crazy Canadians, die Spinner des Volleyballs.»