Inlinehockey
Die Sonne kennt keine Gnade mit den Inlinehockeyanern

Für einen Badi-Besuch sind 35 Grad im Schatten optimal – für ein Inlinehockey-Spiel unter freiem Himmel und auf Beton hingegen eher nicht.

Timon Richner
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Inlinehockey
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Roger Flückiger mit Marco Kummer(rechts) nehmen einen Tessiner ins Sandwich.
Sergio Di Sigismondo löscht seinen Durst.
Roman Zietala skort zum 1:0 gegen Goalie Giubbini.
Zum 7:1 bezwingt Diego Moor den Tessiner Goalie Giubbini.
3:1 durch Ivan Zietala gegen Goalie Giubbini.
Marco Kummer vor Goalie Giubbini und Didier.

Inlinehockey

Otto Lüscher

Elf Männer stehen auf dem Rasenplatz des Schulhauses Dörfli in Rothrist herum. Ab und zu kickt einer einen Fussball in Richtung Tor. Viel Bewegung ist im Spiel der leicht bekleideten Männer nicht zu sehen. Verständlich, bei diesen Temperaturen. Es ist 16 Uhr am Samstagnachmittag und das Thermometer zeigt satte 35 Grad. Um fünf Uhr beginnt der Inlinehockey-Match zwischen Rothrist und Malcantone.

«Das sind die Spieler vom Gegner. Sie sind gerade am Einlaufen», sagt Rothrists Interims-Coach Olivier Schrämmli. Die Spieler der Heimmannschaft finden sich 45 Minuten vor Spielbeginn in ihrer Garderobe ein. «Normalerweise treffen wir uns früher, um uns auf den Match vorzubereiten. Aber heute macht das bei der Hitze keinen Sinn», sagt Schrämmli.

Trotz der grossen Hitze gibt es kein Vorbeikommen am Einlaufen.
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Schwierig bei diesem «Stockmeer» den Überblick zu behalten.
Auf diesem Platz wird gespielt.
Die Fans sind bereit für das Spiel.
Herbert Schärli sorgt für frische Getränke.
Beim Einlaufen geht es hektisch zu und her.

Trotz der grossen Hitze gibt es kein Vorbeikommen am Einlaufen.

Timon Richner

In der Garderobe ist es ein wenig kühler, aber ein muffiger Geruch füllt den Raum aus. Die Inlineskates der Spieler sind schon während der Woche bei zwei Trainings gebraucht worden. In verschwitztem Zustand haben die Rollschuhe die dicke Luft entwickelt.

Schrämmli verliert bei der Besprechung nicht viel Zeit, er schickt die Spieler zum Einlaufen in die Turnhalle. «Spieler hassen es, vor dem Spiel noch viel über Taktik zu hören. Das gehört ins Training», so Schrämmli. Kurz darauf hallen Jubelschreie aus der Turnhalle. Auch die Rothrister spielen zum Einspielen Fussball. Es geht emotional zu und her.

Viele Angehörige

«Die Jungs sind beim Einspielen immer euphorisch», sagt Herbert Schärli vor der Turnhalle. Er ist seit neun Jahren Teambetreuer der NLA-Mannschaft. Diesmal kann sich Schärli auf eine einzige Aufgabe beschränken: «Ich hole einfach die ganze Zeit neues Wasser.» Man ahnt es schon: Diese Aufgabe an einem solchen Hitzetag besonders wichtig.

Nun geht es noch 20 Minuten bis zum Spielbeginn. Die ersten Spieler wagen sich in Inlinehockey-Vollmontur auf den Platz mit Betonboden. Besonders viel Mitleid haben die Goalies verdient. Ihre Ausrüstung wiegt 20 Kilogramm und heizt sich in der Sonne gnadenlos auf.

Ein Auto fährt zum Platz. Es ist Janine Flückiger die technische Leiterin des Klubs. Sie hat Becher und Zucker im Gepäck. «Jeder trinkt jetzt noch einen Schluck Zuckerwasser! Diese Energie braucht ihr», sagt Flückiger. Das Spiel geht los. «Zum Glück müssen wir immer hin und her fahren. Der Fahrtwind kühlt», witzelt ein Spieler.

Die meisten der 60 Zuschauer sind Angehörige der Spieler. Sie fiebern mit und sehen ein engagiertes Spiel ihrer Mannschaft. 7:4 steht es am Schluss. Ein verdienter Sieg. Man hätte denken können, die Tessiner haben bei der Hitze einen Vorteil. Dem war nicht so.

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