Gleitschirm-WM

Die Sehnsucht nach den Wolken: Stephan Morgenthaler will an der Gleitschirm-WM auf das Podest fliegen

Der Staffelbacher Stephan Morgenthaler in Aktion während der WM.

Der Aargauer Stephan Morgenthaler kämpft an der Gleitschirm-WM in Nord-Mazedonien nicht nur mit den schwierigen Bedingungen. Auch seine Konkurrenz und sein Materialdefizit machen ihm zu schaffen. Nichtsdestotrotz strebt er mit dem Schweizer Team einen Podestplatz an.

Bis zum 18. August findet in Nord-Mazedonien die 16. Gleitschirm-Weltmeisterschaft statt. Stephan Morgenthaler aus Staffelbach kämpft in Krushevo gegen 145 Piloten um Edelmetall. Dabei machen dem Sieger des Weltcups von 2014 am selben Ort dieses Mal sein Gleitschirm, die Wetter- und Landschaftsbedingungen sowie die Konkurrenz einen Strich durch die Rechnung.

Im Gegensatz zu seinen Konkurrenten kann Morgenthaler mit seinem Gleitschirm weniger schnell fliegen. Diesen Eindruck hatte der erfolgreiche Schweizer Pilot schon bei seinem letzten Weltcup-Einsatz in den französischen Bergen. Dort belegte er trotzdem den zweiten Platz, da er sein Materialdefizit durch Ausnutzung seiner bevorzugten Bedingungen, im Gebirge, und kluge Entscheidungen kompensieren konnte.

Das Wettkampfgebiet der aktuellen WM ist nun aber vor allem flach, was den Aargauer punkto Material entscheidend benachteiligt. Zudem ist das Wetter sehr trocken und heiss. Diese Bedingungen führen zu weniger Bewölkung, was Morgenthaler nicht entgegenkommt. «Ich mag es, wenn man anhand der Wolken die Thermik sieht. Ich kann die Wolken sehr gut lesen. Wenn feuchtes Wetter herrscht, kann ich diesen Vorteil besser ausspielen.»

Viel höheres Pilotenniveau als vor fünf Jahren

Der dritte, entscheidende Faktor ist die Konkurrenz. Morgenthaler gibt bescheiden zu, «dass im Vergleich zum Weltcup von 2014 das Pilotenniveau an einer WM höher ist. Es gibt viele Piloten, die wirklich super fliegen und über hervorragendes Material verfügen.»

«Ich mag es, wenn man anhand der Wolken die Thermik sieht. Ich kann die Wolken sehr gut lesen.» - Stephan Morgenthaler, Gleitschirmflieger.

«Ich mag es, wenn man anhand der Wolken die Thermik sieht. Ich kann die Wolken sehr gut lesen.» - Stephan Morgenthaler, Gleitschirmflieger.

Trotz seiner grossen Erfahrung wird es für den Vierzigjährigen in der Einzelkategorie an dieser WM kein Edelmetall geben. Momentan liegt er vor den letzten vier Rennen im Klassement auf dem 32. Rang. Morgenthaler sieht trotz widriger Umstände einen Platz in den Top 20 als realistisches Ziel, sofern es für ihn in den letzten Tagen einigermassen gut läuft.

Nächstes Ziel im Visier

In der Nationenwertung strebt das Schweizer Team mit Morgenthaler einen Podestplatz an und befindet sich nach dem siebten von elf Renntagen auf dem vierten Platz. Angeführt wird die Nationenwertung vom starken französischen Team.

In Zukunft will Stephan Morgenthaler zwar noch Wettkämpfe fliegen. Aufgrund seines Berufs und seiner Familie weiss er allerdings noch nicht, wie viel Zeit dafür übrig bleiben wird. Denn er möchte nicht mehr seine ganzen Ferien für sein Hobby investieren.

Er ist dem Verband jedenfalls sehr dankbar, dass er die Schweizer Piloten an der WM finanziell unterstützt, weil allein die Materialkosten schon schwierig abzudecken sind. Das nächste Ziel ist klar: Nach der WM wird Morgenthaler in Disentis versuchen, seinen Schweizer-Meister-Titel zu verteidigen.

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