Nachdem es für den 25-Jährigen mit dem angestrebten Sprung in die Formel 1 nicht klappte, betrat Leimer Anfang April mit der Unterschrift bei Rebellion Racing Neuland. Entsprechend harzig verliefen die Anfänge im unbekannten Langstrecken-Boliden, der ihm mit technischen Problemen das Einleben im neuen Umfeld zusätzlich zu erschweren schien.

Etwas ganz Neues

In den ersten vier Rennen der LMP1 in Silverstone, Spa, Le Mans und Austin schied der zweite Rebellion-Wagen jeweils frühzeitig aus. «Der Anfang der Saison war nicht einfach, das war etwas komplett Neues für mich», blickt Leimer zurück.

Gewöhnungsbedürftig sei auch die Tatsache gewesen, dass er sein Auto mit zwei weiteren Fahrern – in seinem Fall Dominik Kraihamer und Andrea Belicchi – habe teilen müssen. «Die Einstellungen vor dem Rennen waren stets eine Kompromiss-Lösung, das war zu Beginn sehr speziell», erzählt Leimer.

Erst im Herbst schien sich das Blatt für den GP2-Champion von 2013 zu wenden. Die Kategoriensiege in Fuji und Bahrain verdeutlichen den Fortschritt, den das Trio nach dem Wechsel zum Toyota-R-One-Boliden erzielt hat.

«Je länger die Saison dauerte, desto besser konnten wir unsere Probleme beheben und mit den Gegnern mithalten», sagt Fabio Leimer zur positiven Entwicklung, die auch ihm persönlich entgegenkam: «Ich bin mehr Runden gefahren und habe sowohl im fahrerischen als auch im mentalen Bereich dazugelernt.»

Hilfe für die Zukunft

Aus diesem Grund ist der Rothrister froh, den Schritt in die Langstrecken-WM gewagt zu haben. «Hier konnte ich meinen Fahrstil erweitern, das hilft mir für die Zukunft», so Leimer. Wie diese aussehen soll, weiss er momentan nicht. Zwar stecke sein Management mitten in Verhandlungen, ein konkreter Entscheid dürfe allerdings erst in einem oder zwei Monaten erwartet werden.

«Mein Hauptziel ist der Sprung in das Cockpit eines Werkteams der Langstrecken-WM», sagt Fabio Leimer – und meint dabei die Teams von Audi, Porsche oder Toyota. In letzterem sicherte sich der Schweizer Sébastien Buemi mit seinen Mitfahrern kürzlich den WM-Titel.

«Ein weiteres Jahr bei Rebellion Racing ist auch eine Option», so Leimer. Eher geringer erachtet er die Chancen, demnächst in der neu lancierten Formel E um Punkte zu fahren. «Aber das kann sich schnell ändern», sagt Leimer.

Trotz der momentanen Ungewissheit versucht sich Fabio Leimer auf das letzte Rennwochenende zu konzentrieren. Mit einem starken Resultat will er Argumente für seine Person hinsichtlich der offenen Zukunftsfragen sammeln. «Meine Einstellung ist immer die gleiche. Ich will die Poleposition erkämpfen und danach das Rennen unserer Kategorie gewinnen.»